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Arbeiten in der Corona-Krise: „Sinnlose Jobs werden jetzt entlarvt“

Laut einer Studie zweifelt bereits jeder Vierte am Sinn seiner Arbeit. Mitunter macht die derzeitige Krise diese Sinnlosigkeit noch sichtbarer. Die TT sprach dazu mit der Sinnforscherin Tatjana Schnell.

„Man kann nicht jeden Job in eine sinnvolle Variante verwandeln, auch nicht, wenn man Manager ist“, meint Sinnforscherin Tatjana Schnell.
© iStockphoto

Kommen möglicherweise jetzt in der zum Grübeln anregenden Krisenzeit einige Menschen darauf, dass ihr Job sinnlos ist?

Tatjana Schnell: Was in dieser Zeit sehr deutlich wird und was wir in der Sinnforschung schon länger gesehen haben, ist, dass Berufe, die als sinnvoll empfunden werden, schlechter bezahlt werden als andere. Das ist kritisch und wird derzeit auch vielen Menschen bewusst. Vor allem jenen, die in solchen Berufen arbeiten und nicht die Möglichkeit haben, ein zwar anstrengendes, aber zumindest sicheres Home-Office zu machen. Sie fragen sich: Warum sind wir jetzt System­erhalter, werden aber trotzdem so wenig geachtet und so schlecht bezahlt? Ich denke, dass hier viele Überlegungsprozesse angestoßen werden. Prinzipiell muss ich aber sagen, dass Menschen in einer Krise nicht automatisch damit beginnen, ihre grundlegenden Annahmen zu überprüfen. Dafür braucht es schon einen enormen Anstoß, der dazu beiträgt, dass das Ganze ins Wackeln gerät.

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