Eine neue Brücke überspannt die Drau in Lienz

Ein Hochwasser der Drau hat im Stadtgebiet von Lienz 2018 den viel frequentierten Drausteg zerstört. Der Neubau läuft auf Hochtouren.

Ein Autokran hat die elf Tonnen schwere Stahlkonstruktion für den neuen Drausteg gestern auf die beiden Widerlager gehoben.
© Christoph Blassnig

Von Christoph Blassnig

Lienz –Eine neue Brücke für Fußgänger und Radfahrer führt im Stadtgebiet von ­Lienz in Bälde wieder über die Drau. Gestern wurde dafür eine knapp elf Tonnen schwere Stahlkonstruktion an ihren Platz gehoben.

Ein an manchen Abschnitten hundertjähriges Hochwasser hat im Oktober 2018 im Osttiroler Pustertal zu massiven Schäden geführt. Der äußert viel befahrene Drauradweg von Innichen bis Lienz wurde zum Teil völlig zerstört. Durch das Stadtgebiet hat der Fluss damals solche Mengen von Geschiebe transportiert, dass die Flusssohle um einen Meter erhöht wurde und anschließend auf das ursprüngliche Niveau ausgebaggert werden musste. Ein schmaler Drausteg mit seinen metallenen Verstrebungen zu den beiden Widerlagern hin hielt der Gewalt nicht stand und musste abgetragen werden. Für die Bewohner der südwestlichen Stadtteile war die direkte Verbindung zu den städtischen Sportanlagen und zum Dolomitenbad seither gekappt, was zu Beschwerden führte.

Für Fußgänger und Radfahrer bietet der neue und viel breitere Drausteg bald ausreichend Platz.
© Christoph Blassnig

Die neue Brücke wird gemäß einem Entwurf des Stadtbauamtes gefertigt. Die Spannweite über die Drau liegt bei 23 Metern. Die lichte Weite beträgt dreieinhalb Meter. Die beiden Seitenteile hat ein Metallbauunternehmen aus Matrei vorgefertigt und nach Lienz geliefert. Vor Ort hat man die neue Tragkon­struktion dann fertiggestellt. „In den nächsten Wochen verblenden wir die Seiten mit Streckmetall und montieren Handläufe aus Edelstahl“, erläuterten Metallarbeiter gestern die nächsten Schritte. Ein heimisches Holzbauunternehmen wird die Fahrbahn mit Holzbohlen beplanken. Die Gesamtkosten für den Neubau wurden mit 398.000 Euro veranschlagt. 60 Prozent davon trägt das Land.

Der neue Drausteg ist für Fußgänger und Radfahrer gleichberechtigt ausgelegt. Die Stadt setzt auf die gegenseitige Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer, Richtungsmarkierungen werden auf der Brücke nicht angebracht.

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