Ruf nach Schnellverfahren, Bautermine schwer zu halten

Die Neue Heimat will Bauprojekte vorziehen, fordert dafür aber raschere Bauverfahren. BIG sieht die Zeitpläne „nicht in Stein gemeißelt“.

Die BIG hat in Tirol u. a. den Umbau des alten Uni-Chemiegebäudes laufen. Die Neue Heimat will das Bauvolumen aufstocken.
© Günter Mohr

Innsbruck – Virusbedingt hatte auch die Baubranche weitgehend ihren Betrieb auf Eis gelegt. Inzwischen herrscht auf zahlreichen Baustellen wieder reger Betrieb. Viele Fertigstellungstermine sind allerdings nur noch schwer einzuhalten, betont die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), die aktuell drei große Bildungsbau-Projekte in Tirol am Laufen hat, allesamt in der Landeshauptstadt: Erweiterung der Pädagogischen Hochschule für 46 Mio. Euro, Neubau Gymnasium Sillgasse für 26 Mio. Euro, Neubau eines Büro- und Lehrgebäudes der Uni Innsbruck am Standort der ehemaligen „Neuen Chemie“.

Bei der Pädagogischen Hochschule sollen die im März 2018 gestarteten Arbeiten bis März 2021 abgeschlossen sein, erklärt die BIG. „Da der Großteil der beteiligten Baufirmen die Arbeit aktuell eingestellt hat, können Termin- und Kostenaussagen zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös getroffen werden“, räumt die Baufirma der Republik ein. Weitergebaut werde derzeit in der Sillgasse, wo das dortige Bundesrealgymnasium neu errichtet wird. Sollte es zu keinen durch Covid-19-Betroffene ausgelösten Verzögerungen kommen, will die BIG den Zeitplan mit Fertigstellung im August 2021 halten. „Aktuell ist es jedoch enorm schwierig, Zeitpläne als in Stein gemeißelt zu betrachten. Schon ein erkrankter Arbeiter reicht aus, um die gesamte Baustelle wieder stillstehen zu lassen“, erklärt BIG-Chef Hans-Peter Weiss. Der Neubau des Lehr- und Bürogebäudes der Uni Innsbruck am Standort der ehemaligen „Neuen Chemie“ soll noch heuer starten.

Ihr Bauvolumen aufstocken will unterdessen die in Besitz von Land und Stadt Innsbruck stehende Neue Heimat Tirol (NHT). Die NHT zählt zu den größten Bauträgern in Österreich. Für das nächste Jahr kündigt die NHT an, einige Projekte vorziehen zu wollen und das Bauvolumen auf einen neuen Höchststand zu steigern. NHT-Geschäftsführer Hannes Gschwentner fordert allerdings beschleunigte Bauverfahren. „Für ein rasches Vorziehen der geplanten Projekte ist eine schnelle und saubere Abwicklung seitens der zuständigen Behörden gerade jetzt eine wichtige Voraussetzung“, so der ehemalige Wohnbau-Landesrat.

Aktuell habe die Neue Heimat tirolweit über 60 Projekte mit 1600 Wohnungen in der Pipeline. In den nächsten beiden Jahren geht die NHT von einem Bauvolumen von 250 Millionen Euro aus. „Das geplante Investitionspaket gibt Sicherheit und Perspektive für viele Betriebe in der Tiroler Bauwirtschaft“, erklärt die NHT. Laut dem Innsbrucker BM Georg Willi (Grüne) sind in der Landeshauptstadt in den nächsten Jahren rund 1000 neue NHT-Wohnungen geplant. (mas)

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