Deponie-Anrainer in Kufstein sind sauer

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Auf dem Areal direkt bei der Autobahnauffahrt Kufstein-Süd wird bereits seit Jahren Schotter gelagert.
© Hrdina

Kufstein – Die Aufregung in Kufstein ist groß, nachdem das Land Tirol die umstrittene Aufbereitungsanlage und das Zwischenlager für Baurestmassen in Endach (nahe dem A12-Knoten Kufstein Süd) genehmigt hat, die TT berichtete. An die 100.000 Tonnen sollen jährlich aufbereitet und bis zu 10.000 Tonnen zwischengelagert werden. Erwartet werden an Spitzen­tagen bis zu 150 Lkw-Fahrten. Auf das Zwischenlagern von Asbest wurde von der Firma allerdings verzichtet.

Trotzdem geht die Bürgerinitiative „Kein Asbest in Kufstein“ um Sprecher Roman Kopetzky auf die Barrikaden. Für sie stellt die Anlage ein­e Beeinträchtigung für die Anrainer, das nahe Krankenhaus, das Schutzgebiet am nahen Inn und dem Biberbestand dar. Nur sehen das die Fachleute ganz anders. Sie widerlegen alle Einsprüche. Zugleich verlieren damit die Bürgerinitiative und das Bezirkskrankenhaus die Parteistellung. Sie seien ja nicht beeinträchtigt, kommt die Behörde zum Schluss.

Für Roman Kopetzky „will die Abteilung Umweltschutz der Landesregierung eine Mitsprache von besorgten Bürgern gar nicht aufkommen lassen und nutzt anscheinend die Aufmerksamkeit für die Corona-Krise, ein fragliches Projekt schnell positiv abzuhandeln“. Er kritisiert auch die Grünen, die es seit ihrer Regierungsbeteiligung nicht mehr „so ernst“ mit der Bewahrung der Umwelt nehmen.

Auf alle Fälle werde man neben dem Krankenhausverband und der Stadt Kufstein alle rechtlichen Mittel gegen den Bescheid ausnutzen. „Die Zukunft wird es somit weisen, wie weit eine Landesregierung gehen darf“, meint Kopetzky. (wo)


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