Verhaltene Shoppinglaune: Normaler Handel noch in weiter Ferne

Seit Dienstag haben viele Geschäfte in Österreich wieder geöffnet. Die Lust auf Shopping ist aber noch sehr verhalten.

Der Mode-und Schuhhandel wurde von der Coronavirus-Krise besonders hart getroffen.
© APA

Von Cornelia Ritzer

Wien – Vorsichtig optimistisch – so wird die Grundstimmung im Handel beschrieben. Viele Geschäfte mussten wegen der gesundheitlichen Maßnahmen in der Coronavirus-Krise vier Wochen lang schließen, ein Großteil hat nun wieder geöffnet.

Enorm war am ersten Verkaufstag der Ansturm auf die Bau- und Gartenmärkte, die zeitgleich mit Geschäften bis zu einer Größe von 400 Quadratmetern aufsperren durften. „Heute ist es eindeutig wieder normaler“, sagte gestern die Sprecherin der Lagerhäuser, Michaela Fritsch. „Momentan werden Einkäufe gemacht, die eine Notwendigkeit haben“, meinte Robert Hartlauer, Chef der Elektrohandelskette Hartlauer. Gekauft werde vieles rund um Kommunikation und Home-Office, wie etwa Drucker, Druckerpatronen und Notebooks. „Die Frequenz war normal bis gut, kein Run oder Ansturm“, analysierte Sport-2000-Chef Holger Schwarting. Besonders hart trifft die Corona-Krise den Mode- und Schuhhandel.

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Viele große Geschäfte dürfen erst am 2. Mai wieder aufmachen. Doch auch jene Händler, die wieder offen haben, berichten von wenig Kunden. Auch die Bilanz der Innsbrucker Kaufleute nach dem zweiten Einkaufstag nach der Totalsperre fällt zwiespältig aus. Während etwa der Inhaber eines Süßwarenladens von einer „Katastrophe“ spricht, zeigt sich ein Spielwarenhändler „zufrieden“ mit Umsätzen und Kundenfrequenz.

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Trotzdem scheint eine Normalität im Handel in weiter Ferne. Experten gehen von bis zu einer Milliarde Euro Umsatzentfall pro geschlossener Woche im Einzelhandel aus. Aufholen kann man das kaum. In Deutschland drängt der Einzelhandel im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise deshalb auf eine völlige Freigabe der Sonntagsöffnung für den Rest dieses Jahres. Damit hätten die Nicht-Lebensmittel-Händler die Chance, die verlorenen Umsätze zumindest teilweise zu kompensieren, heißt es.

In Österreich sehe man die Lage anders, heißt es vom Handelsverband. Die Interessenvertretung konzentriere sich darauf, dass Händler bald aufsperren dürfen, staatliche Unterstützung ankommt und regionale Online-Initiativen ausgebaut werden. „Das Thema Sonntagsöffnung werden wir – je nach Krisenverlauf – im dritten oder vierten Quartal 2020 evaluieren und dann entsprechende Empfehlungen abgeben“, kündigte Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will an.


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