Einkaufen in der Corona-Krise: Qualität wird wichtiger, Versorgung sei garantiert

Die Virus-Krise hat das Einkaufsverhalten der Österreicher verändert. Frische und Regionalität der Waren rückt laut AMA in den Vordergrund.

Die Regale in den Supermärkten sind trotz Corona-Krise gefüllt, die Österreicher haben viel Vertrauen in die Versorgung.
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Von Cornelia Ritzer

Wien – Mit so genannten Hamsterkäufen in den Supermärkten reagierten viele Österreicher in der Zeit nach dem 13. März auf die strengen Maßnahmen im Kampf gegen die gesundheitlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie. Seitdem hat sich das Einkaufsverhalten der Menschen sehr verändert, sagt Michael Blass, Geschäftsführer der Agrarmarkt Austria-Marketing. Nach den Ausgangsbeschränkungen durch die Regierung gehen die Österreicher seltener einkaufen, dafür kaufen sie in größeren Mengen ein. Das ist ein Ergebnis einer repräsentativen Studie unter 500 Teilnehmern, die gestern in einer Video-Pressekonferenz vorgestellt wurde.

Außerdem achtet nun jeder Zweite verstärkt auf Hygiene, 50,7 Prozent setzen darauf. 39 Prozent ist die längere Haltbarkeit der Produkte wichtig. Und die regionale Herkunft der Waren ist in der Corona-Krise mehr in den Vordergrund gerückt. „Auch die Kriterien Qualität und Saisonalität stehen vor dem Preis – anders als in älteren Erhebungen“, erklärt Blass. Für den AMA-Geschäftsführer ist das ein Beweis, dass Essen und Trinken für viele einen „neuen Stellenwert“ bekommen hat, er erkennt „eine Menge von Ausblicken, die positiv stimmen“. Blass bedauert jedoch, dass „die Aktionitis“ im Handel, also Rabatte und Preisnachlässe auf Lebensmittel, „nicht nachgelassen“ hätten.

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Bei der vom Anfang April durchgeführten Umfrage gaben 9,4 Prozent an, den Ab-Hof-Verkauf direkt beim Bauern vermehrt zu nutzen. Auch Lieferdienste der Gastronomie (6,6 Prozent) sind angestiegen. Laut Studie haben die Österreicher außerdem großes Vertrauen in die Versorgung. 96,6 Prozent (56,6 Prozent sehr gut, 40 Prozent eher gut) glauben an die ausreichende Sicherstellung von Lebensmittellieferungen bis zum Ende der Krise. „Den hohen heimischen Selbstversorgungsgrad haben wir unseren Produzenten zu verdanken“, betont Blass, dass der Bedarf gedeckt sei – auch wenn es im Laufe der Wochen Verzögerungen in internationalen Logistikketten geben sollte.

Die positive Haltung der Konsumenten zu regionalen und frischen Lebensmitteln will die AMA in der Zeit nach der Krise verfestigen. Denn Autarkie – also die garantierte Versorgung – habe aus wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und ökologischer Sicht einen hohen Wert, betont der AMA-Geschäftsführer.

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