Helden des Alltags: Mit viel Herz und Tatkraft im Einsatz

Vom Kaiserschnitt, Milchfieber bis zur Atemnot – Tierärztin Astrid Gredler aus Fügenberg lässt auch während der Corona-Krise kein Tier im Stich.

Vom Operationsraum in den Kuhstall – Tierärztin Astrid Gredler ist dort, wo die Tiere sie brauchen.
© Gredler

Von Eva-Maria Fankhauser

Fügen, Fügenberg – Es war ein Notfall. Es ging um Leben und Tod. Ein Moment, in dem eine Krise wie Corona in den Hintergrund rückt. Denn Tierärztin Astrid Gredler wurde zu einem Kaiserschnitt bei einer Hündin gerufen. „Drei von den fünf kleinen Welpen konnten lebend geboren werden. Die beiden anderen mussten wir tot holen“, erzählt die Tierärztin.

Ein schwieriger Einsatz. Aber die Fügenbergerin versucht es positiv zu sehen: Die Mutter lebt und drei ihrer Welpen ebenfalls. Es ist ein nervenaufreibender Job. Doch Gredler bewahrt einen kühlen Kopf und versucht auch in Zeiten wie diesen, das Beste daraus zu machen.

Unterstützung erhält sie unter anderem von Kollegin Melitta Neurauter
© Gredler

Astrid Gredler und ihre Kollegen von der Tierarztpraxis in Fügen sind ständig im Einsatz. „Es gibt genug zu tun, gerade jetzt, wenn es wärmer wird und zudem die Leute und ihre Tiere wieder mehr draußen unterwegs sind“, erklärt sie im TT-Gespräch. Die wärmere Jahreszeit trifft vor allem die Herzpatienten unter den Tieren vermehrt. Zudem kommt es beim Gassigehen wieder öfter zu Beißereien und somit zu Verletzungen.

„Zu Beginn der Krise haben wir natürlich nur auf Notfälle umgestellt. Da haben wir hauptsächlich plötzliche Lahmheiten, Erbrechen, Durchfall, Atemnot oder Lebensbedrohliches behandelt“, sagt Gredler. Impfungen und Kastrationen wurden zurückgestellt. Auch bei den Großtieren gab es in den letzten Wochen viel zu tun. „Von Milchfieber, Besamungen bis hin zu Geburten war alles dabei“, erzählt die Tierärztin. Und während in der Praxis bei den Kleintieren Sicherheitsmaßnahmen und vor allem Abstandhalten ein großes Thema sind, ist das bei Hofbesuchen meist ein Problem. „Da geht das einfach teils gar nicht so mit Abstandhalten. Man versucht es, so gut es geht. Aber das ist nicht immer so einfach“, sagt Gredler.

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In der Tierarztpraxis werden die Tiere telefonisch angemeldet, dann meist vor der Tür in einer Box abgestellt und den Ärzten und Mitarbeitern überlassen. „Damit die Übergabe möglichst kontaktlos verläuft“, sagt sie.

Die Anfragen bei den Kleintieren stapelte sich schon nach kurzer Zeit. „Ganz zu Beginn der Quarantäne haben sich viele auch einfach nicht aus dem Haus oder zum Tierarzt getraut. Nun ist das anders und wir sind ständig im Einsatz“, sagt Gredler. Auch der Notdienst am Wochenende für den ganzen Bezirk blieb nicht aus. „Den gilt es natürlich auch trotz Corona abzudecken“, erklärt sie.

Dennoch ist sie mit viel Freude und Elan bei der Arbeit. Vieles ist durch die Vorsichtsmaßnahmen komplizierter und aufwändiger geworden. „Aber die Tiere brauchen unsere Hilfe und da sind wir jederzeit gerne im Einsatz“, sagt Gredler.


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