Brennende Leidenschaft: Innsbrucker Ehepaar gewinnt Destillata haushoch

Vor vier Jahren begann das Innsbrucker Ehepaar Anton und Monika Steixner mit dem Schnapsbrennen. Heuer gingen sie bei der Destillata als haushohe Sieger hervor.

Monika und Anton Steixner strahlen zu Recht: Ihre Schnäpse schmeckten der Destillata-Jury preisverdächtig gut.
© Alex Pointner

Von Irene Rapp

Innsbruck – Bis Freitagfrüh wussten Anton und Monika Steixner nicht Bescheid. Zwar hatten sie Fotos von sich und ihrem Betrieb in Innsbruck sowie eine Betriebsbeschreibung an die Veranstalter der Destillata schicken müssen. „Da ahnten wir schon, dass wir weiter vorne mitspielen müssen, mehr aber nicht“ erzählt der 55-Jährige.

100 Schnapsbrenner aus neun Nationen nahmen heuer an der 17. Internationalen Edelbrand-Meisterschaft Destillata teil, 55 davon aus Österreich. Zahlreiche Spirituosen wurden eingereicht. Die Steixners etwa hatten zwölf Schnäpse mit im Rennen – darunter verschiedene sortenreine Äpfel, Williams, Himbeer­e, Zwetschken sowie Wacholde­r.

Freitagfrüh schließlich kam die erlösende Nachricht: per E-Mail, weil die normalerweise stattfindende Feier, bei der die Brenner das Ergebnis erfahren, heuer Corona-bedingt nicht stattfinden konnte.

Ab diesem Zeitpunkt gingen im Innsbrucker Stadtteil Amras aber dennoch die Emotionen hoch, denn die Steixners können sich über den Titel „Edelbrenner des Jahres“ sowie „Destillerie des Jahres“ freuen. Oder, wie es Anton Steixner formuliert: „Wir sind zwar Newcomer, aber schon ganz oben.“

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Die Gastronomen begannen nämlich erst vor vier Jahren mit ihrer brennenden Leidenschaft. „Wir haben zunächst den Tiroler Edelbrandsommelier-Kurs gemacht und dann beschlossen, dass wir selbst produzieren wollen“ erzählt Monika Steixner. Gesagt, getan: In zahlreichen Kursen eigneten sie sich das Fachwissen an, „wir haben viele gute Lehrmeister gehabt“, so die 50-Jährige. Dann wurde die entsprechende Brennanlage angeschafft, die – schön kupferglänzend – von Interessierten in der Schaubrennerei bewundert werden kann.

Bei der Herstellung erweisen sich die Steixners als eingespieltes Team. „Wir verwenden nur sauberes, reifes Obst“ erzählt Monika Steixner. Dieses stammt aus dem eigenen Garten oder wird bei umliegenden Obstbauern eingekauft: die Erdbeeren z. B. aus Ranggen, die Bio-Quitten aus Volders. Für die Vogelbeeren geht es noch weiter: „Die pflücken wir selbst in meiner alten Heimat Kals“, sagt Monika Steixner.

Im zweiten Schritt geht es um die richtige Vergärung, Feingefühl beim Brennen und die feine Nase beim Abtrennen. „Wir sind ein gutes Team, arbeiten genau und leidenschaftlich“ sagt Anton Steixner lachend. Mit der Herstellung von Schnäpsen entstand vor vier Jahren dann auch die Idee, einen Teil des Bauernhauses, in welchem das Ehepaar wohnt, in ein Restaurant („Die Brennerei“) umzubauen. Seitdem werden Gäste im ehemaligen Stall verwöhnt – „wir sind froh, wenn wir wieder aufsperrren können, und das hoffentlich ohne Maske“ so Monika Steixner.

Doch ausruhen wollen sich die Steixners auf ihrem Erfolg nicht. Im Keller schlummern in einigen Fässern Rum und Whiskey. Bei einem Irland-Urlaub wuchs in dem Ehepaar der Plan, selbst Whiskey herstellen zu wollen. Bis man weiß, ob die Steixners da wieder ein super Team waren, dauert es aber noch: Erst in drei Jahren ist der Whiskey herangereift. Die Destillata-Plaketten auf der Haustür, die von vergangenen Auszeichnungen zeigen, könnten aber ein Hinweis darauf sein, dass auch dieses Produkt wieder einschlagen wird.

Information

HIER findet man die Ergebnisse der Destillata. Die Tiroler Teilnehmer erhielten 114 Medaillen und können sich somit über den Bundesländer-Sieg freuen. Einen Spitzenplatz erreichte z. B. auch Wolfgang Kaufmann aus Ellmau.


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