Der lange Weg zur Corona-App

Anwendungen wie „Stopp Corona“ werden in vielen Staaten entwickelt. Der einheitliche Zugang fehlt noch.

„Stopp Corona“: Das Rote Kreuz bietet eine Tracing-App.
© APA

Wien, Brüssel – Die EU-Kommission nennt ihr Dokument eine „Toolbox“, einen „Werkzeugkoffer“. Experten haben zusammengefasst, wo an Apps gearbeitet wird, die bei der Eindämmung der Pandemie helfen sollen – und welche Regeln dabei gelten sollen. In Europa werden 14 Länder genannt. Norwegen ist schon so weit. Italien testet. In Deutschland gilt Mitte Mai als Termin für eine Einführung. Mehr als 130 Wissenschafter aus acht Ländern – darunter Österreich – arbeiten außerdem an einem Standard, der eine grenzüberschreitende Anwendung von Corona-Apps erlauben soll.

Zentral sind laut EU zwei Punkte: Die Nutzung der App soll erstens freiwillig sein. Und zweitens soll sie dem Prinzip des „Tracings“ folgen. Im Gegensatz zum „Tracking“ halten die Handys dabei fest, wem der Nutzer oder die ­Nutzerin nahe kommt, auch in der Schlange im Supermarkt. Sie zeichnen aber nicht auf, wo sich der Nutzer befindet.

Im Fall einer Infektion werden Personen gewarnt, die in der Kontaktkette des Betroffenen aufscheinen – ohne dass die persönlichen Daten weitergegeben werden.

In Österreich hat das Rote Kreuz vor drei Wochen die „Stopp Corona“-App vorgestellt, das Geld dafür kommt von der Uniqa-Stiftung. Bisher haben knapp 400.000 Personen die App installiert.

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Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) setzt auf die App. Sie ist aber umstritten. Die FPÖ wirft der ÖVP vor, ein Überwachungsregime errichten zu wollen.

Die SPÖ fordert eine gesetzliche Regelung. Mit diesem Gesetz müsse garantiert werden, dass die Nutzung freiwillig bleibt und keine Daten weitergegeben werden. Weiters müsse sichergestellt sein, dass niemand die Verwendung der App etwa zur Bedingung für das Betreten eines Geschäfts macht.

Auf Freiwilligkeit setzt auch das Rote Kreuz, betont App-Initiator Gerry Foitik. Alles andere wäre sinnlos; ein simples Abschalten der Blue­tooth-Funktion würde die App wirkungslos machen.

Foitik kündigt außerdem an, dass der Quellcode der App zugänglich gemacht werden soll. Es ist dies eine Forderung von Datenschützern, die so die Programmierung nachvollziehen können.

Die Softwaregiganten Google und Apple wiederum haben zugesagt, den Datenaustausch von Smartphones mit unterschiedlichen Betriebssystemen erleichtern zu wollen. (sabl, TT)


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