Tiroler Handelsobmann Wetscher fürchtet Pleiten

Es gebe noch zu wenig Kunden in den bereits offenen Läden, warnt Handelsobmann Wetscher. Er fordert ein Maßnahmenpaket.

Innsbruck – Seit Dienstag darf zumindest ein Teil der Geschäfte öffnen. Auch nach dieser Öffnung auf Raten ist die Lage jedoch dramatisch – viele Händler brauchen rasche Unterstützung, warnt die Wirtschaftskammer. Aktuelle Berechnungen diverser Institute zeigen deutlich, dass der Handel am massivsten von Umsatzeinbrüchen durch die Corona-Krise betroffen ist.

Österreichweit sei der geschätzte Schaden etwa viermal so groß wie beispielsweise im Tourismus, heißt es von der Wirtschaftskammer. Die Situation sei dementsprechend äußerst angespannt. „Wir sind froh, dass ein erster Schritt zum Neustart getan ist, allerdings sind wir weit davon entfernt, in Euphorie zu verfallen“, sagt Martin Wetscher, Obmann des Tiroler Handels. Starke Umsatzbringer im großflächigen Handel und Einkaufszentren müssten nach wie vor geschlossen halten. Wetscher rechnet zudem mit einer Veränderung in der Handelslandschaft: „Es ist zu befürchten, dass viele Handelsunternehmen dem Coronavirus zum Opfer fallen und damit auch ganze Innenstädte mitsterben werden. “ Zudem hätten die ersten paar Tage nach dem „Neustart“ gezeigt, dass von der Rückkehr zur Normalität noch lange keine Rede sein könne.

„Bilder von Menschenschlangen, wie es sie am Dienstag vereinzelt vor Baumärkten gegeben hat, spiegeln in keiner Weise die Gesamtsituation im Handel wider. Zwar dürfen rund 80 Prozent der Geschäfte wieder offenhalten, aber in vielen Bereichen fehlt einfach noch die Kundenfrequenz – und damit nach wie vor ein großer Teil der üblichen Umsätze“, sagt Wetscher: „Das ist vor allem in Branchen ein enormes Problem, in denen ein Großteil der Waren für heuer bereits bestellt und vorfinanziert wurde – etwa im Mode- und Sportartikelhandel.“ Es brauche dringend Maßnahmenpakete, die speziell auf die Anforderungen im Handel zugeschnitten sind. Nur so könnten Unternehmen liquide bleiben. Andernfalls drohe vielen Händlern ein jähes Aus. (ver)


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