Höchste Vorsicht auf dem Weg zum Normalbetrieb im BKH Reutte

Das Bezirkskrankenhaus Reutte hebt die Einschränkungen langsam auf. Es gelten strengste Sicherheitsvorkehrungen. Die Angst, sich im Spital anzustecken, ist groß.

Im BKH Reutte herrschen strenge Sicherheitsmaßnahmen. Die Belegschaft arbeitet in den Risikobereichen beispielsweis­e ausschließlich mit Schutzkleidung und Schutzmasken.
© BKH Reutte

Von Simone Tschol

Ehenbichl – In den letzten Wochen wurden die Behandlungskapazitäten des BKH Reutte ganz der aktuellen Corona-Krise angepasst. Neben Covid-19-Patienten wurden nur Notfälle behandelt. Nun, vier Wochen später, werden die Einschränkungen schrittweise wieder gemildert und somit wird der Weg in eine neue Normalität mit Corona geebnet.

Konkret heißt dies, geplante Operationen für Tumor- und Schmerzpatienten sowie Behandlungen von chronischen Krankheiten wie zum Beispiel Diabetes, Bluthochdruck und Herzkrankheiten sind ab sofort wieder möglich. Oberste Prämisse hierbei: bestmöglicher Schutz für die Patienten und Mitarbeiter.

„Wir sprechen im Moment ausschließlich von jenen Fällen, die geplant und eben dringend notwendig sind“, erklärt Primar Eugen Ladner. Für den ärztlichen Direktor des BKH Reutte stellt das sukzessive Hochfahren des Normalbetriebs einen unumgänglichen und notwendigen Schritt dar. Folgeschäden bzw. Spätfolgen für die Patienten müssten unbedingt verhindert werden: „Hier geht es immerhin um bedeutsame und erforderliche professionelle medizinisch-therapeutische Unterstützung und Begleitung, mit der Funktionalitäten aufrechterhalten und die Selbstständigkeit sowie Lebensqualität der betroffenen Menschen maßgeblich verbessert werden können“, so Ladner.

Aktuell sei die Verunsicherung der Menschen jedoch zu spüren, und die Angst, sich im Krankenhaus mit dem Coronavirus anzustecken, überwiegt bei vielen. Hier versucht der Anästhesist und Intensivmediziner, der mit seinem Team – Fachärzten für Innere Medizin und Pflegepersonal – an vorderster Front für schwer erkrankte Covid-19-Patienten zuständig ist, etwaige Ängste bestmöglich zu entkräften: „In unserem Haus herrschen strenge Sicherheitsmaßnahmen. Patienten werden beispielsweise je nach Risiko beurteilt und in grüne Bereiche ohne Infektion, in orange Bereiche mit Verdacht auf Infektion und in rote Bereiche mit nachgewiesenen Infektionen aufgeteilt. Auch wird jeder stationär aufgenommene Patient vorab auf Corona getestet. Zudem ist der Krankenhauszugang nur über eine so genannte Triagestelle möglich – hier wird durch medizinisches Personal die Gefahr einer bestehenden Infektion eingeschätzt. Nach wie vor aufrecht ist weiters das absolute Besuchsverbot.“

Auch im klinischen Ablauf und bei den Therapien sind die Adaptierungen des Normalbetriebs, durch die die Patienten sowie die Belegschaft bestmöglich geschützt werden, stark spürbar. „Unsere Mitarbeiter arbeiten in den Risikobereichen ausschließlich mit persönlicher Schutz­ausrüstung wie Schutzkleidung und -masken. Laufende Schulungen zum Thema Hygiene gehören längst zum Alltag“, informiert Ladner.

Nach dieser ersten Phase der dringlichen Operationen und der Behandlung von internistischen Erkrankungen werde man sehen, wie sich der weitere Weg gestalten wird, heißt es aus dem Spital in Ehenbichl. Ein Öffnen der Ambulanzen im herkömmlichen Sinne ist nicht vor Anfang Mai angedacht.


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