Schnellrieder: „Beim Strafsenat war’s oft auch lustig – das wird mir abgehen“

Die Unterhaus-Saison ist beendet, aber die Legende(n) leben weiter: Die TT startet ihre Serie mit dem scheidenden Kematen-Coach Schnellrieder.

Der Humor darf im Unterhaus nicht verloren gehen – die Blues dekorierten Coach Maggi Schnellrieder (M.) neben Ali Mutlu (l.) und Schiri-Obmann Hannes Hell zum Unparteiischen um.
© SVK

Von Alex Gruber

Kematen – Seine siebte Saison bei den Kemater Blues, davon sechs in der Tiroler Liga, kann Markus Schnellrieder aufgrund der Corona-Krise nicht mehr zu Ende führen. Das letzte Highlight war das Winter-Trainingslager in Medulin (CRO). Zum Abschied bekam der „Maggi“ unter der Regie seines Torhüters Thomas Meischberger noch eine Fotomontage mit seinen „geliebten“ Schiedsrichtern serviert. „Gute Freunde wären wir wahrscheinlich nicht mehr geworden. Die Schiedsrichter werden mich wohl nicht vermisssen“, grinst Schnellrieder, der nach Kritik an den Unparteiischen stets fleißig am Strafsenat eingezahlt hat: „Ich habe, wenn ich alles an Strafen zusammenrechne, sicher eine Saison eine Mannschaft gratis trainiert. Beim Strafsenat war’s aber oft auch lustig. Das wird mir abgehen“, denkt er u. a. an launige Begegnungen mit Gerhard Rauschgatt und Co. zurück.

Schnellrieder, der die Blues in seiner ersten Saison zum Landesligatitel (2014) führte, eine Saison in Liga zwei in Wörgl, über lange Jahre in Hall (zweifacher Tiroler-Liga-Meister, Regionalliga-Vize) und auch in Axams (TFV-Cupsieger) werkte, macht im Sommer Schluss: „Eher wird man mich als Trainer nicht mehr sehen, ich gehe es jetzt gemütlicher an – aber sag niemals nie.“

In den ausbleibenden Trainingszeiten rauche er jetzt genüsslich auf dem Balkon eine Zigarre, sollte der Trainingsbetrieb überraschenderweise doch noch in dieser Saison öffnen, spielt der 53-Jährige den Ball zu seinem designierten Nachfolger Cristoph Aschenwald weiter: „Natürlich stehe ich zur Verfügung, aber warum soll ich jetzt noch ein Monat ‚umaturnen‘. Gscheiter, der Aschi fängt an“, wirft er eine seiner legendären Wuchteln in den Raum. Für seinen trockenen Schmäh war er bei seinen Blues geliebt und „gefürchtet“. Spätestens bei einem gemeinsamen Weizen nach dem Match war die Welt beim „Schnelli“ aber schnell wieder in Ordnung.

„Ich möchte mich bei den super zugänglichen und tollen Spielern des SV Kematen über all die Jahre bedanken. Genauso wie bei allen anderen Stationen“, zieht er seinen Hut. Ein Abschied wird ihm am Fuße der Martinswand von seinem Verein sicher noch beschert: „Vielleicht darf ich ja noch einmal in die Kabine, um eine Jausn und ein paar Kisten Bier hineinzustellen.“ Obmann Arno Bucher verneigt sich lächelnd: „Er wird uns abgehen. Er hat Begriffe wie den ‚Streufuß‘ kreiert, wenn einer nicht wusste, wohin er die Kugel schießt.“ Schnellrieder schließt: „Unter den Trainern gibt’s schräge Vögel – ich zähle dazu.“

Markus Schnellrider beendet (vorerst) seine Trainer-Laufbahn.
© Toni Zangerl

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