Erneut fast 900 Corona-Tote in 24 Stunden in Großbritannien

In Großbritannien sind binnen 24 Stunden erneut fast 900 Menschen an der durch das neuartige Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Die Zahl der Corona-Toten in britischen Pflegeheimen könnte nach Schätzungen eines Branchenverbands fünf Mal höher sein als angenommen, berichtete die Zeitung „Daily Telegraph“ am Samstag. Steigende Zahlen gab es auch in Spanien und Russland.

Im Königreich habe es zuletzt 888 weitere Todesfälle gegeben, teilte das Gesundheitsministerium am Samstag mit. Insgesamt seien damit 15.464 Menschen in Großbritannien gestorben. In dieser Statistik der britischen Regierung werden nur die im Spital Verstorbenen erfasst. Damit ging die Zahl der neuen Todesfälle wieder nach oben. Am Freitag hatte das Gesundheitsministerium 847 Tote innerhalb von 24 Stunden vermeldet, was ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vortag war. Zu der offiziellen Zahl der Covid-19-Toten in den britischen Krankenhäusern kommt eine hohe Dunkelziffer hinzu. Schätzungen zufolge starben allein in britischen Pflegeheimen mehrere tausend Menschen.

Den Angaben des Gesundheitsministeriums zufolge wurden innerhalb von 24 Stunden mehr als 5.500 Neu-Infektionen mit dem Coronavirus registriert. Die Gesamtzahl liege nun bei gut 114.000.

Schätzungen zufolge könnten seit Anfang April bis zu 7.500 Heimbewohner an dem Virus gestorben sein, sagte unterdessen Martin Green, Geschäftsführer des Branchenverbands „Care England“ dem „Daily Telegraph“. Der Verband hat Green zufolge die Sterblichkeitsrate in den Heimen seit dem 1. April mit der vom Vorjahr verglichen und leitet daraus die Schätzung ab. Die Regierung schätzt dagegen, dass bisher 1.400 Menschen in Pflegeheimen starben. Vertreter von Pflegeheimen werfen der britischen Regierung schon lange einen „chaotischen“ Umgang mit den Einrichtungen in der Pandemie vor. Insbesondere die Lieferung von Schutzausrüstung verlaufe „planlos“, kritisierten Pflegeheimleiter.

In Spanien sind binnen 24 Stunden weitere 565 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Damit stieg die offizielle Zahl der Todesopfer in der Corona-Krise auf 20.043, wie das Gesundheitsministerium am Samstag mitteilte. Steigende Todeszahlen wurden auch aus dem Iran und Russland gemeldet.

Die Zahl der täglichen Todesfälle in Spanien ist rückläufig. Die spanischen Behörden gehen davon aus, dass der Höhepunkt der Pandemie Anfang April überschritten wurde. Damals wurden an einem Tag 950 Todesfälle gezählt.

Die offiziellen Opferzahlen sind in Spanien jedoch umstritten: Um die Statistiken der verschiedenen Regionen zu vereinheitlichen, erfasst das Gesundheitsministerium nur noch die Todesfälle positiv getesteter Patienten. Mehrere Regionen kritisieren, dass tausende Todesfälle auf diese Weise nicht in der nationalen Statistik auftauchten.

In Spanien gelten besonders strenge Beschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus. Seit dem 14. März gilt für die Bevölkerung eine strikte Ausgangssperre.

Im Iran ist die Zahl der Todesfälle infolge einer Infektion mit dem Coronavirus innerhalb von 24 Stunden um 73 gestiegen, wie ein Behördenvertreter mitteilt. Damit seien in dem Land insgesamt bisher 5.031 Menschen gestorben. Insgesamt gebe es 80.868 Infektionen.

In Russland ist die Zahl der Todesfälle um 40 auf 313 gestiegen. Die Behörden meldeten 4.785 Neuinfektionen, der bisher höchste Anstieg. 2.649 davon und 21 Tote gab es allein in Moskau, dem Zentrum des Ausbruchs in Russland. Insgesamt summiert sich die Zahl der Coronavirus-Infektionen in dem Land inzwischen auf 36.793.


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