Bundesregierung erfreut über Infektionsrückgänge

Österreichs Regierung hat die neuesten Corona-Zahlen als „erfreuliches Zeichen“ gewertet. Erstmals wurden am Sonntagvormittag im 24-Stunden-Vergleich weniger als 100 Neuinfektionen mit dem Virus verzeichnet. Mit insgesamt bisher 14.749 positiven Testergebnissen lag die Zahl nur um 78 Personen höher als am Tag davor. Die Zahl der „aktiv“ Erkrankten fiel mit nun 3.796 unter die 4.000er-Marke.

Innerhalb einer Woche hat damit die Zahl der aktiv Erkrankten um 42 Prozent abgenommen. „Diese gute Entwicklung ist ein gemeinsamer Erfolg der gesamten Bevölkerung, für den wir uns bei allen sehr herzlich bedanken“, so Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) in einem Statement. Mit Stand Sonntagfrüh sind österreichweit 452 Personen an den Folgen des Coronavirus verstorben. 10.501 Menschen sind nach einer Infizierung wieder genesen.

Damit der Trend weiter anhält, sei laut der Regierung weiter Vorsicht geboten. „Das Ziel ist noch lange nicht erreicht. Am Ende des Tages werden wir nur dann erfolgreich sein, wenn wir uns weiter an die gesetzten Maßnahmen halten und unsere sozialen Kontakte reduzieren. Je besser uns das gelingt, desto schneller können wir wieder zur Normalität zurückkehren und Maßnahmen lockern“, betonten Kurz und Kogler.

Abwarten heißt es nun, wie die Auswirkungen der schrittweisen Geschäftsöffnungen sichtbar werden. Ab vergangenem Dienstag durfte z.B. in Baumärkten wieder eingekauft werden. Sichtbar werden könnte dies bei den Werten in der zweiten Hälfte der kommenden Woche. Dass der Bewegungsradius der Österreicher wieder größer wird, zeigen Auswertungen des Complexity Science Hub Vienna und der Technischen Universität Wien. Nachdem sich durch die Einführung der Ausgangsbeschränkungen der Radius von rund 14 Kilometern pro Tag auf nur acht reduziert hatte, verzeichnete man am vergangenen Donnerstag einen Durchschnittswert von rund zwölf Kilometern.

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Dass gerade physische Distanz der Schlüssel zum Erfolg der im Ländervergleich relativ niedrigen Infektionsrate war, betonte indes Christoph Wenisch. Der Leiter der Infektionsabteilung im Wiener Kaiser-Franz-Josef-Spital zerstreute zu optimistische Aussichten auf die baldige Rückkehr in den Normalzustand. „Einen normalen Alltag gibt es erst nach Covid. Das wird frühestens im 2022er-, 2023er-Jahr sein, wenn die Impfung da ist. Alles andere wäre verfrüht zu sagen“, meinte Wenisch am Samstag im Radiosender Ö1. Eine große Hoffnung sei das in den USA getestete Medikament Remdesivir, das Medienberichten zufolge Erfolge bei der Behandlung von schwer erkrankten Covid-19-Patienten zeigt.


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