Neues aus Toyotas Hochbauabteilung

Mit dem Yaris Cross werden die Japaner im kommenden Jahr ein subkompaktes Sport Utility Vehicle auf den Markt bringen, das mit Hybridantrieb und optional mit Allradsystem unterwegs ist.

Toyotas Design-Team traut sich was: eine Karosserie im Zweifarbenlook, jede Menge Offroad-Beplankung, erhöhte Bodenfreiheit und auffällige Frontoptik.
© Werk

Von Markus Höscheler

Innsbruck – Auf dem diesjährigen Genfer Autosalon wäre der Yaris Cross zweifellos einer der Stars gewesen. Die internationale Fahrzeugmesse, geplant für Anfang März, musste jedoch wegen der sich in Europa anbahnenden Corona-Krise abgesagt werden. Einige Hersteller stellten daraufhin ihre Neuheiten virtuell, also über Online-Pressekonferenzen, vor; andere verzichteten auf einen derartigen Auftritt. Toyota zählte zur zweiten Gruppe, die offenbar zunächst einmal die Entwicklung abwarten wollte. In dieser Woche ging der japanische Anbieter allerdings in die Offensive und versuchte es ebenfalls mit einer virtuellen Aktion: Im Mittelpunkt der Vorstellung stand mit dem Yaris Cross ein ganz Neuer, jedenfalls ein Modell ohne Vorgänger.

Dass er die technische Basis der ebenfalls neuen Yaris-Generation (die in wenigen Monaten plangemäß auf den Markt kommen wird) verwenden wird, liegt auf der Hand. Ungewöhnlich ist aber das gänzlich andere Erscheinungsbild. Denn vom klassischen Kleinwagen hebt sich das 4,18 Meter lange, subkompakte SUV vom Basismodell erheblich ab. Das liegt auch an der um 30 Millimeter erhöhten Bodenfreiheit, aber nicht nur: Die Formensprache ist eine recht vorwitzige, die jeglichen Anflug von Biederkeit vermissen lässt. Eckige Radhäuser, Unterfahrschutz rundum, ein schräg stehendes Heckfenster, dazu eine dynamisch gestaltete Front mit zweiteiligem Lufteinlass und mehreren Sicken auf der Motorhaube sowie ein eigens hervorgehobenes Toyota-Logo, kombiniert mit einer Zweifarbenlackierung.

Während sich Toyotas Design-Team ganz offensichtlich austoben durfte (und wohl auch musste, um der wachsenden Konkurrenz etwas Stichhaltiges entgegensetzen zu können), galt für die Motorenentwicklung Maßhalten als oberstes Ziel. Der Antrieb muss in puncto Leistung stimmig sein, aber der Verbrauch und die Emissionen dürfen das 95-Gramm-CO2-Flottenziel, das ab 2021 gilt, nicht konterkarieren. Da trifft es sich gut, dass Toyota eine mittlerweile 23 Jahre zurückreichende Erfahrung mit Hybridsystemen hat. Im Yaris Cross kommt ein Triebwerksduo zum Einsatz, das aus einem 1,5-Liter-Dreizylinder-Benzinaggregat und einem Elektromotor besteht. Nach Lesart des Herstellers handelt es sich dabei schon um die vierte Hybridgeneration. In Falle des Yaris Cross kommt eine Systemleistung von 116 PS zum Tragen. Kombinieren lässt sich der Antrieb auf Wunsch mit einem Vorderradantrieb oder einem Allradsystem (das vom Unternehmen als „intelligent“) bezeichnet wird. In der 2WD-Variante liegt der durchschnittliche CO2-Ausstoß je Kilometer unter 120 Gramm, in der AWD-Version immerhin unter 135 Gramm (WLTP-Zyklus). Was den Allradler relativ zurückhaltend macht: In normalen Fahrsituationen fährt der Yaris mit angetriebenen Vorderrädern, lediglich bei Schlupfverlust wird Drehmoment auf die Hinterachse geleitet.

Der Yaris Cross, der ab 2021 produziert wird, ist nicht nur technisch und optisch interessant, sondern auch hinsichtlich seines Alltagsnutzens: Toyota stellt ein Ladeabteil im Ausmaß von 390 Litern in Aussicht, außerdem als Option eine Rücksitzbank, die im Verhältnis von 40:20:40 umklappbar ist. Vom Band laufen wird das Modell im nordostfranzösischen Werk Valenciennes, das Unternehmen rechnet mit einem Produktionsausstoß von jährlich 150.000 Einheiten.


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