„Extreme Gefahr“ für Waldbrände in Tirol

In Teilen Tirols ist die Situation seit Wochen angespannt. Die strengen Corona-Maßnahmen fordern auch die Feuerwehren.

Seit Tagen ist die Waldbrandgefahr unverändert kritisch. Bereits vor knapp zwei Wochen wütete ein gewaltiges Feuer im Halltal.
© ZOOM.TIROL

Innsbruck – Es ist viel zu trocken in Tirol. Und der heiß ersehnte Regen kündigt sich auch in den kommenden Tagen nicht an. Die aktuelle Wetterlage ließ die Waldbrandgefahr in manchen Teilen des Landes massiv ansteigen, fünf Bezirke haben unlängst Schutzverordnungen erlassen. Die Corona-Krise lässt die Lage noch brenzliger werden.

Eine „extreme Gefahr“ für Wald- oder Wiesenbrände ortet Peter Hölzl derzeit. „Außergewöhnlich“ sei das um diese Jahreszeit aber nicht, meint Tirols Landesfeuerwehrkommandant. „Nur der Wind spitzt die Lage zu. Einmal entfacht und das Feuer holt dich ein.“ Deshalb appelliert Hölzl an die Bevölkerung, keine Feuer zu entzünden und nicht einmal Zigarettenstummel unachtsam wegzuwerfen. Auch die Feuerwehren im Land müssen sich an strenge Corona-Auflagen halten. „Mit einem Mund-Nasen-Schutz den Einsatz durchführen, sich körperlich anzustrengen, ist natürlich doppelt aufreibend“, glaubt Hölzl.

„Es halten sich aber alle strikt daran, ob nun beim Tragen von Masken oder wenn es darum geht, sich bei Besprechungen nicht zu nahe zu kommen.“ Die aufgrund des Virus veränderte Situation erfordere bei den Ausrückungen ein „gezielteres und optimiertes Vorgehen“. Trotz aller zusätzlichen Mühen findet der Landesfeuerwehrkommandant manche Anpassungen zum Schutz aller sinnvoll: „Gewisse Umgangsformen, wie etwa das Abstandhalten, wollen wir auch nach der Krise beibehalten.“

Neben den Bezirken Schwaz, Landeck, Imst und Innsbruck-Land hat auch Innsbruck-Stadt eine Verordnung hinsichtlich der hohen Waldbrandgefahr erlassen. „Feuer zu entzünden ist im Gefährdungsbereich verboten“, sagt Helmut Hager, Kommandant der Berufsfeuerwehr. „Aber auch abseits davon empfehle ich, beispielsweise das Grillen zu unterlassen. Wer nämlich ein Feuer verursacht, muss dafür geradestehen.“ (bfk)

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