Großbauprojekt am Schwazer Bahnhof nimmt Fahrt auf

Auf knapp 3600 m² sollen entlang der Gleise Wohnen und Arbeiten mit der Park-&-Ride-Anlage verknüpft werden. Auch ein Turm ist geplant.

Bei „Schwaz Urban“ soll entlang der Gleise Raum zum Wohnen und Arbeiten entstehen. Der erste Entwurf sieht auch einen Turm vor.
© Stadt Schwaz/Arch. Wiesflecker

Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz – Seit vielen Jahren wird über ein großes Bauprojekt beim ÖBB-Bahnhof in Schwaz geredet. Die derzeitige Park-and-Ride-Anlage soll in eine Tiefgarage verlegt werden, damit darüber Wohn- und Arbeitsraum entsteht. Doch der Grund gehörte den ÖBB und Geld für so ein Großprojekt ist in der Stadtkassa nicht im Überfluss da. Also hat man einen Investor – Ludwig Obwieser – ins Boot geholt. Bis sich nun alle Vertragspartner einig wurden, hat es lange gedauert. Sehr lange. Aber nun soll per Umlaufbeschluss der Bebauungsplan festgelegt werden. „Und dadurch wird unser Vertrag mit den ÖBB und dem Investor rechtskräftig“, erklärt BM Hans Lintner.

Das Projekt „Schwaz Urban“ soll in Stapelbauweise entstehen. Die Park-and-Ride-Anlage und weitere Stellplätze werden unterirdisch gebaut. Darüber entstehen Eigentums- und Mietwohnungen und etwa 3000 m² Gewerbefläche. „Wie viel Wohnraum genau entsteht, ist noch nicht absehbar, aber wir haben das Vergaberecht für die Mietwohnungen“, sagt Lintner. Durch die Corona-Krise müsse erneut mit allen Interessenten gesprochen werden.

Im Bebauungsplan wurde eine Höherzonierung für das 3570 m² große Areal mittels Hochpunkt festgeschrieben – sprich, es ist ein Turm geplant. „Für so einen besonderen Ort wollen wir eine besondere Nutzung, wie etwa ein Hotel, Restaurant oder eine Kultureinrichtung“, sagt Lintner.

Alle Fraktionen stehen dem Projekt positiv gegenüber. „Es sieht zwar nicht danach aus, aber wir versuchen dennoch die Allee dort zu erhalten und auch eine Radspur ist uns wichtig“, sagt Grünen-StR. Viktoria Gruber. Für die SPÖ steht vor allem geförderter Wohnbau an oberster Stelle.

Nur einen Steinwurf entfernt soll ein weiteres Großprojekt gestartet werden. Das Areal der Firma Bergland-Kühlung soll auf längere Sicht komplett umgebaut werden. Als ersten Schritt will man die Lagerhalle im Kreuzungsbereich Swarovski- und Karwendelstraße abreißen und auf 1800 m² eine Tiefgarage und vier oberirdische Stockwerke errichten. „In Zeiten von Corona über einen so großen Bau per Umlaufbeschluss abzustimmen, spielt es mit uns nicht. Jetzt sind andere Themen vorrangig“, sagt FPÖ-StR. Daniel Kirchmair. Man sei aber gesprächsbereit. Der freie Mandatar Albert Polletta enthält sich – aufgrund fehlender Infos. Auch der freie GR Benjamin Kranzl kritisiert die mangelhafte Informationsbasis für viele der Umlaufbeschlüsse. VBM Victoria Weber (SPÖ) habe sich die nötigen Angaben für eine Entscheidung im Rathaus besorgt. Auch hier verlangt sie geförderten Wohnbau.


Kommentieren


Schlagworte