Hahntennjoch ist bald offen, aber noch viele Fragezeichen

Für den 30. April um 17 Uhr ist die Öffnung des Passes zwischen Imst und dem Lechtal vorgesehen. Die diesjährige Saison am Timmelsjoch hat aber noch viele Fragezeichen.

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Seit März (hier konkret am 25. März) arbeitete sich die Fräse über das Hahntennjoch voran.
© BBA Imst

Von Alexander Paschinger

Imst, Hochgurgl – Am kommenden Donnerstag soll gegen 17 Uhr das Hahntennjoch, das das Inntal bei Imst mit Elmen im Lechtal verbindet, wieder für den Verkehr freigegeben werden. Vor allem für die Lechtaler ist das eine gute Botschaft, zumal der weite Umweg über den Fernpass Richtung Oberland wegfällt. Dass die beliebte Motorradstrecke gleich wieder die ansonsten so internationalen Bikermassen anziehen wird, ist aber angesichts der weiterhin geschlossenen Grenzen nicht vorstellbar. Noch schlechter sieht es in dieser Hinsicht am Timmelsjoch vom hinteren Ötztal nach Südtirol aus. Dort wird zwar ab kommender Woche geräumt, ob es allerdings zu einer Grenzöffnung kommen wird, steht in den Sternen. „Vielleicht wissen wir in 14 Tagen mehr“, meint dazu der Geschäftsführer der privaten Hochalpenstraße, Manfred Tschopfer. Vor Ende Mai, Anfang Juni wäre die Öffnung ohnehin nicht vorstellbar.

Am Hahntennjoch hingegen sind die Verantwortlichen erstaunt über das Öffnungsdatum. „Ich kann mich nur an eine einzige frühere Freigabe erinnern“, meint dazu Johannes Monz vom Baubezirksamt (BBA) in Imst. Auch Straßenmeister Hartmut Neurauter ist froh, dass man mit den Arbeiten so schnell fertig geworden ist.

Besonders hebt Monz die „hervorragende Zusammenarbeit mit der Lawinenkommission“ hervor. Diese ist an diesem 1894 Meter hohen Alpenübergang deshalb so wichtig, weil es auf Imster Seite keinerlei Lawinenverbauungen gibt. Mit dem 23. März konnten die Trupps an die Arbeit gehen. „Natürlich alles unter den gegebenen Sicherheitsvorschriften wegen des Coronavirus“, betont Monz. Extra für die Arbeiten wurde auch die Fräse von St. Christoph am Arlberg eingesetzt. „An manchen Stellen waren die Schneewände bis zu sechs Meter hoch“, beschreibt Monz die gewaltigen Massen. „Wir gehen davon aus, dass wir gut 100.000 m³ Schnee von der Straße bringen mussten.“ Nicht weniger als 1500 Arbeitsstunden waren angefallen. „Es war aber auch ein milderer Winter als vor einem Jahr“, erinnert der BBA-Mitarbeiter an die letztjährige Öffnung, die erst am 16. Juni stattfand. „Normalerweise geht das Hahntennjoch um Pfingsten herum auf.“

Freilich gibt es aber auch noch weitere Arbeiten auf diesem Pass zu erledigen: „Heuer werden unter anderem 1,4 Kilometer neuer Asphalt oder auch 350 Meter Leitschienen verlegt“, erklärt Monz. Dementsprechend hoch ist auch dieses Jahr wieder der finanzielle Einsatz: „Insgesamt investieren wir in die Räumung und die anderen Arbeiten 340.000 Euro.“ Dafür könne man aber zum Staatsfeiertag am 1. Mai wieder ein gut befahrbares Hahntennjoch anbieten.

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Davon ist man freilich im hinteren Ötztal noch weit entfernt. „Wir fangen nächste Woche an und wollen bis Ende Mai, Anfang Juni auf der Passhöhe sein“, sagt Geschäftsführer Manfred Tschopfer. Ob und wann es allerdings zu einer Öffnung kommen wird, sei noch höchst unsicher. Das hänge zu allererst von der Lage in Südtirol ab. Man befinde sich derzeit auch in der internen Meinungsbildungsphase, ob etwa eine Öffnung zumindest bis zur Passhöhe machbar bzw. als Angebot überhaupt sinnvoll sei.


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