Tiroler Tourismusverbände bangen um Kurzarbeit: "Arbeitsplätze in Gefahr"

An die 780 Mitarbeiter haben die Tiroler Tourismusverbände beim AMS zur Kurzarbeit angemeldet. Ob das genehmigt wird, ist offen.

Symbolbild.
© Tschol

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Für 60 Mitarbeiter des Tourismusverbands Innsbruck hat Geschäftsführerin Karin Seiler-Lall beim AMS mit 1. April für die Dauer von drei Monaten um Kurzarbeit angesucht. Auch die Tourismusverbände (TVB) hat die Corona-Krise hart getroffen. Noch habe man aber keine Rückmeldung bekommen, ob die Anträge auch angenommen werden, sagt Seiler-Lall. Im Gegensatz dazu seien jene Anträge für die Mitarbeiter der Tochterfirma Innsbruck Reservierung – einer GmbH – bereits durchgegangen.

Die 34 Verbände zittern. In Windeseile hat sich nämlich in den vergangenen Tagen die Meldung verbreitet, das AMS könnte sich womöglich gegen die Kurzarbeitsanträge sperren. Der Obmann des Verbandes der Tiroler Tourismusverbände (VTT), Hans Entner, bestätigt die Verunsicherung: „Die Intention ist da, dass die TVB nicht teilnehmen dürfen. Wir möchten unsere Mitarbeiter aber halten.“ Tirolweit hätten die TVB rund 780 Mitarbeiter zur Kurzarbeit angemeldet. Sollten die Anträge abschlägig entschieden werden, hieße das, so Entner, dass rund 300 Arbeitsplätze in Gefahr seien. 260 durch Kündigung, 40 weitere durch Nicht-Nachbesetzung. Auch andere Bundesländer hätten ähnliche Probleme, so Entner.

Das Problem ist komplex: Noch am 24. März hieß es, dass Körperschaften öffentlichen Rechts – wie sie eben die Tiroler TVB darstellen – nicht vom Kurzarbeitsmodell umfasst seien. Wenige Tage später erfolgte die Kehrtwende. Worauf die Tourismusabteilung des Landes die TVB über das nun scheinbar geöffnete Kurzarbeits-Fenster informierte. In der Folge begannen die TVB Anträge zu stellen. Positiv erledigt sollen dem Vernehmen nach bis dato nur jene des TVB Achensee und Tannheim worden sein.

Tirols AMS-Chef Anton Kern bestätigt, wonach es eine Änderung der Richtlinien für die Kurzarbeit gegeben habe. Derzufolge seien juristische Personen öffentlichen Rechts förderbar, sofern sie „wesentliche Teile ihrer Kosten über Leistungsentgelte (Eigenerwirtschaftung) finanzieren und am Wirtschaftsleben teilnehmen“. Das habe das AMS nun im Falle der TVB zu prüfen. Und zwar ab dieser Woche jeden einzelnen Fall.

Nicht tragbar ist die Situation für NR Gerald Hauser (FPÖ): „Gerade im Tourismus braucht es schlagkräftige Verbände, um die zu erwartenden Umsatz- und Nächtigungseinbrüche abzufedern.“ Deshalb gelte es Kündigungen zu verhindern.


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