Tiroler Milchgenossenschaft trotzt der Corona-Krise

Wipp- und Stubaitaler Bauern können Milch derzeit ohne Abschlag und Kontingentierung nach Südtirol liefern.

2014 erfolgte der Startschuss für die Wipp- und Stubaitaler Genossenschaft durch Obmann Anton Steixner (l.), die Milch nach Sterzing zu liefern.
© Thomas Böhm

Innsbruck – Das Coronavirus hat auch dem Milchmarkt zugesetzt. Wie bereits vergangenen Dienstag berichtet, musste die Erlebnis-Sennerei-Zillertal ihre Anliefermengen reduzieren. Eine „Notmaßnahme“, wie es heißt. Schließlich ist der gesamte touristische und Gas­tro-Absatzmarkt durch den Lockdown über Nacht flöten gegangen. Folglich ist zu viel Milch auf dem Markt. Ihre 390 Vertragsbauern dürfen daher seit April nur noch 80 Prozent ihrer Vorjahresleistung liefern, alle überschüssige Milch wird in Folge statt mit 45,7 Cent/Kilo nur noch mit 15 Cent abgegolten.

Die Milchgenossenschaft Stubai-Wipptal kann der Krise am Milchmarkt derzeit aber noch trotzen, wie Obmann Anton Steixner gestern auf TT-Anfrage bestätigte: „Wir sind bisher schadlos.“

Seit nunmehr sechs Jahren liefert diese Milchgenossenschaft über die Landesgrenze nach Südtirol zum Milchhof Sterzing. Weil diese einen höheren Preis zahlt. Das hat damals für gehörige Schlagzeilen gesorgt. Inzwischen, so Steixner, umfasse die Genossenschaft 205 Bauern aus dem Stubai- und Wipptal sowie Mutters und Natters.

Trotz Grenzschließungen und der verschärften Corona-Lage in Italien habe man „kein Problem am Markt, alles läuft stabil weiter“. Zweimal pro Tag fahren Lkw die Tiroler Milch über den Brenner. Im vergangenen Jahr waren das in Summe rund 14 Millionen Kilo. Durch die umfangreichen Sicherheitsbestimmungen müssten sich die Fahrer derzeit einmal in der Woche einem Gesundheitscheck unterziehen, so Steixner. Und auch an den Betrieben seien „extreme Hygienevorschriften“ einzuhalten.

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Obwohl auch in Südtirol der Tourismus als Abnehmer weggebrochen sei, habe man keine Kontingentierung der Liefermenge noch Preisabschläge vorgeschrieben bekommen, sagt Steixner. In Südtirol sei nämlich der Absatz im Lebensmittelhandel stärker. Und doch hofft auch Steixner darauf, dass die Grenzen bald aufgehen und auch in Südtirol der Sommertourismus anspringe: „Ansonsten wird es wohl Probleme geben.“ (mami)


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