Schauspielerin Martina Ebm: „Ohne Double zu drehen, wäre mein Traum“

Martina Ebm (38) mag es actionreich. Die Schauspielerin erklärt, warum. Die dreifache Mutter nimmt auch Mann und Kinder mit zum Dreh.

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Ein gutes Team: Martina Ebm (Mitte) und Maria Happel (r.) ermitteln wieder in der Serie Dennstein & Schwarz. Dieses Mal geht es um Rufmord.Foto: ORF
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Wien – Zum dritten Mal engagieren sich die beiden Anwältinnen Dr. Therese Schwarz (Martina Ebm) und Dr. Paula Dennstein (Maria Happel) in einem heiklen Kriminalfall, der sie diesmal in die Steiermark führt. Die Folge „Rufmord“ strahlt der ORF 2 am 1. Mai im Hauptabendprogramm aus.

Sie waren bei den „Vorstadtweibern“ seit 2015 in der Rolle der Caro Melzer zu sehen. Sie haben sich nach relativ kurzer Zeit von der Serie verabschiedet, obwohl sich Schauspieler aus finanziellen Gründen darüber freuen, wenn sie möglichst lang in einer Serie mitwirken. Warum haben Sie freiwillig aufgehört?

Ebm: Für mich war die Geschichte der Caro einfach auserzählt. Und da bietet es sich einfach an, auszusteigen. Sonst wäre das für mich ein Verrat an der Figur gewesen. Aber es war eine wunderschöne Zeit, die ich auch so in meiner Erinnerung bewahren möchte. Nun freue ich mich auf neue Abenteuer.

Sie haben es in der Serie „Dennstein & Schwarz“ ja schon gefunden. Was reizt Sie besonders daran?

Ebm: Dass es irrsinnig schön war, mit einer Kollegin wie Maria Happel eine Serie zu kreieren. Ich kann mir keine bessere Partnerin vorstellen. Die spezielle Herausforderung ist, dass beide Charaktere sehr unterschiedlich sind. Sie müssen erst ihre Widersprüche bekämpfen, um Teamplayer zu werden. Es ist ungemein spannend, mit Maria diese Gegensätzlichkeiten zu erarbeiten.

Die Folge „Rufmord“ führt Sie unter anderem nach Rottenmann, Bad Aussee und Graz. Warum?

Ebm: Das hängt mit der Story zusammen, die momentan höchst aktuell ist. Ein bekannter Politiker möchte sich juristisch gegen eine Zeitungsgeschichte zur Wehr setzen, in der er als „Grapscher“ an den Pranger gestellt wurde.

Produzent Wolfgang Rest spendet Ihnen und Happel höchstes Lob, zählt Sie beide zu den „liebenswürdigsten und unkompliziertesten“ Schauspielerinnen überhaupt. Sie sollen gleich nachdem Ihr Mutterschutz für das dritte Kind abgelaufen war, wieder zu den Dreharbeiten angetreten sein. Stimmt das?

Ebm: Das ist richtig. Ich bin sozusagen mit Kind und Kegel angerückt.

Ihr Mann, der Regisseur Umut Dag, hat sich laut dem Produzenten Wolfgang Rest selbstlos um alles gekümmert.

Ebm: Ja, mein Mann war fabelhaft, aber umgekehrt würde ich ihn, wenn es nötig wäre, genauso unterstützen.

Ihre Biografie liest sich ungewöhnlich. Sie haben sich an drei Studienrichtungen versucht. Warum?

Ebm: Ich habe mich gleich nach der Matura auf die Suche nach meiner Begabung gemacht, wollte mich möglichst schnell entscheiden. Ich begann mit Betriebswirtschaftslehre, doch das erwies sich als zu trocken. Das Nächste war die Medizin, die jedoch auch nicht meinen Nerv traf. Am Ende landete ich bei Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Wiener Uni und einem sechswöchigen Kurs an der New York Film Academy. Auf diese Art fand ich Zugang zur Schauspielerei, zu einem Zeitpunkt, als ich absolut nicht wusste, wie das geht. Aber ich bin diesem Beruf gleich verfallen, er wurde zu meiner Berufung. Spaß und Beruf so verbinden zu können, empfinde ich als einmaliges Privileg.

Sie waren auch eine gesegnete Sportlerin, brillierten im Geräteturnen und wurden Judo-Juniorenmeisterin. Zusammen mit Ihrem Aussehen schreit das förmlich danach, einmal eine Serie mit viel Action zu drehen. Doubles sind da unnötig, oder?

Ebm: Sie sagen es. Das wäre mein absoluter Traum.

Last, but not least sind Sie auch noch Ensemblemitglied des Theaters in der Josefstadt. Was kündigt sich dort an?

Ebm: Aus bekanntem Anlass sind wir momentan alle auf Kurzarbeit und warten auf weitere Weisungen. Am 10. März, dem Tag der Generalprobe für „Geheimnis einer Unbekannten“ unter der Regie von Christopher Hampton, kam das vorläufige Aus. Angedacht ist diese Produktion nun als zweite Herbstpremiere an der Josefstadt. Es war furchtbar, so kurz vor dem Start abbrechen zu müssen. Wir haben so viel Herzblut vergossen. Ich kann den endgültigen Premierentermin kaum erwarten.

Eine etwas andere Frage: Ebm ist ein ziemlich ungewöhnlicher Name. Haben Sie sich schon auf die Suche nach dem Wortstamm gemacht?

Ebm: Die Familie meines Vaters kommt aus dem Marchfeld. Dort ist alles eben. Der Vater glaubt, dass aus „eben“ im Lauf der Zeit „ebm“ wurde. Es hätte natürlich auch die Möglichkeit für einen Künstlernamen gegeben. Regisseur Paulus Manker, bei dem ich in „Alma“ mitwirkte, wollte, dass ich mich „Eden“ nenne. Eden? Gar nicht so schlecht. Doch dann bin ich doch lieber bei meinem Originalnamen geblieben.

Das Gespräch führte Ludwig Heinrich


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