Citroëns fahrtaugliche Kleinhalle: Der Berlingo

Als vielseitiger Transporter für Personen und Waren hat sich der Berlingo in den vergangenen Jahren einen hervorragenden Ruf erworben. Die aktuell erhältliche Generation ist in vielen Belangen noch besser.

Ein nahezu exzellentes Familienauto: Der Citroën Berlingo beherrscht die Transportvielfalt.
© Höscheler

Von Markus Höscheler

Gnadenwald – Nicht alle Citroën-Modellreihen stellen eine Erfolgsgeschichte dar, der Berlingo jedoch ist eine außergewöhnliche. Der kastenartige Wagen, dienlich als Nfz- und als Pkw-Variante, hat sich in den ersten beiden Generationen hervorragend verkauft. Und die dritte, erhältlich seit Ende 2018, läuft nicht minder gut. Vor wenigen Wochen verkündete der Hersteller, global erneut 200.000 Einheiten innerhalb von eineinhalb Jahren abgesetzt zu haben. Eine davon bereicherte kürzlich den TT-Fuhrpark, um noch einmal mit ihren Stärken hausieren zu gehen.

Beeindruckend ist es schon, was Citroën da entworfen hat, jedenfalls in puncto normal lange Variante (4,4 Meter, eine XL-Version misst 4,75 m). Dank kastenartigen Aufbaus gibt es eine maximale Ausbeute beim Raumangebot. Höchst bequem sitzen die Insassen in beiden Sitzreihen, der Kofferraum fasst viel. Noch bekömmlicher ist dank der hochwertigen Shine-Ausstattung die Installation von drei Einzelsitzen im Fond. Allesamt eignen sie sich für die Verwendung von Platz beanspruchenden Kindersitzen einerseits, andererseits für das platzsparende Umlegen, um sperrige Güter transportieren zu können. In unserem Fall wurde das Modell auch für die Verlegung von Fahrrädern genutzt, gleichzeitig konnten zwei Rücksitze problemlos für Personen verwendet werden.

Weiteren Lobgesang verdiente sich der Berlingo mit der hohen Sitzposition, den bequemen Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten und den praktischen seitlichen Schiebetüren. Nicht ganz so viel Flexibilität zeigten die Seitenscheiben hinten, die sich nicht vollständig versenken lassen.

Als adäquat dürfen wir die gewählte Motorisierung bezeichnen. Der verwendete 130 PS starke Turbodiesel – Testverbrauch: 7,0 Liter je 100 Kilometer – nimmt es locker mit dem Eigengewicht von 1,6 Tonnen auf, die Sechsgang-Handschaltung lässt sich einfach bedienen, die Lenkung ist überaus leichtgängig. Geschmackssache ist das ausfahrbare Head-up-Display, das mit einer Kunststoffglasscheibe versehen ist. Eine Erleichterung im Alltag stellt dieses System jedoch dar, da wesentliche Fahrzeuginformationen wie Geschwindigkeit angezeigt werden. Was den Fahrkomfort betrifft, kann der Berlingo seine Nutzfahrzeug-Verwandtschaft nicht verleugnen, ein ausreichender Restkomfort bleibt jedoch vorhanden.

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Im Großen und Ganzen waren wir darüber hinaus mit dem Infotainmentsystem zufrieden, lediglich eine typische Groupe-PSA-Schwäche (mangelnde Memory-Funktion im Zusammenhang mit Bluetooth-Streaming) nervte uns auch bei diesem Fahrzeug. Als fair betrachten wir dagegen den Preis, für die gewählte Motorisierung und die Shine-Ausstattung sind mindestens 28.150 Euro fällig. Für eine äußerst mobile Kleinhalle ist das durchaus akzeptabel.


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