Ärger über unbelehrbare Biker am Paschberg und Lanser Kopf

Kaum geht die Rad-Saison los, nehmen Mountainbiker und Downhiller wieder Fahrt auf unerlaubten Wegen auf. Lanser Kopf und Paschberg sind die Hotspots, die MÜG soll nun kontrollieren und aufklären.

Am Paschberg sind trotz Verbots Biker auf den Wanderwegen unterwegs. Zuletzt haben sich die Beschwerden darüber wieder gehäuft.
© Denise Daum

Von Denise Daum

Innsbruck – „Achtung, wir kommen von hinten!“ In derselben Sekunde rauschen auch schon zwei Mountainbiker (oder Downhiller?) vorbei. Ein „Danke“ hallt hinterher und schon sind die beiden wieder verschwunden. Das ist eine von vielen Begegnungen, die Wanderer und Spaziergeher in den vergangenen Wochen in den Wäldern rund um Innsbruck erlebt haben. Manche Zusammentreffen laufen auch durchaus ruppiger und frecher ab.

Vor allem im Süden der Stadt hat sich die Lage zuletzt zugespitzt. Am Paschberg gilt – wie grundsätzlich in den Wäldern – auf den Wegen und Steigen ein Bikeverbot. Albuin Neuner vom städtischen Forstamt erklärt, dass es in den vergangenen Wochen eine „starke Zunahme der Beschwerden“ über Biker in allen Varianten am Paschberg und rund um den Lanser Kopf gegeben hat. Aus diesem Grund wurden mit 1. Mai auch der Arzler-Alm- sowie der Hungerburg-Trail geöffnet. „Wir hoffen, dass sich die Situation im Süden der Stadt damit wieder etwas entspannt“, so Neuner.

Befahren des Waldes grundsätzlich verboten

Die Situation wiederholt sich Jahr für Jahr und scheint nicht so leicht in den Griff zu bekommen sein. Zudem „treten die Mountainbiker sehr selbstbewusst auf“, wie es Neuner formuliert. Verbotsschilder aufzustellen, bringe jedenfalls nichts, wie die Vergangenheit gezeigt habe. „Die waren schnell entfernt, überklebt oder sonst wie unkenntlich gemacht.“ Und eigentlich braucht es gar keine Verbotsschilder, „denn das Befahren des Waldes ist grundsätzlich verboten. Das ist im Bundesforstgesetz klar festgehalten“, betont Neuner. Radfahren ist nur auf ausgewiesenen Wegen erlaubt.

Hier liegt für das Forstamt auch der Schlüssel: Am Paschberg muss ein legaler Trail geschaffen werden. „Angebot lenkt. Das ist mittlerweile wissenschaftlich belegt und wir sehen das auch auf der Arzler Alm.“ An der Realisierung eines legalen Angebots ist man schon länger dran. Das ist aber gar nicht so einfach, nicht zuletzt weil gleich mehrere Grundeigentümer betroffen sind. Gespräche dazu laufen. „Es ist das Bohren sehr harter Bretter“, sagt Neuner. Zeithorizont bis zur Verwirklichung kann er keinen nennen.

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Mobile Überwachungsgruppe soll für Ordnung sorgen

Ein offizieller Weg am Paschberg wäre auch die Zielsetzung des zuständigen Vizebürgermeisters Hannes Anzengruber (ÖVP), wie er betont. „Nur so können wir das Problem lösen.“ Bis dahin soll die Mobile Überwachungsgruppe (MÜG) für Ordnung sorgen. Laut Anzenburger ist schon eine eigene Gruppe in den Wäldern und landwirtschaftlichen Gebieten unterwegs. Zunächst sollen die MÜG-Mitarbeiter aber Aufklärungsarbeit leisten, anstatt zu strafen.

Anzengruber trifft sich heute mit Vertretern der Mountainbike-Community und möchte das Problem noch mal zur Sprache bringen. „Es ist schon so, dass wir beim Downhill-Angebot noch einige Baustellen offen haben und es für uns noch viel zu tun gibt“, erklärt Anzengruber.


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