Drei Seen musst du sehn: Wanderung von Nassereith zum Fernsteinsee

Wahrscheinlich war die Fernpassstraße noch nie so lange wenig befahren wie in diesen Corona-Zeiten. Grund genug, von Nassereith zum Fernsteinsee zu wandern.

Der Fernsteinsee ist der größte See dieser Wanderung.
© Rapp

Von Irene Rapp

Nassereith – Die Fernpassstraße gehört zu den meistbefahrenen Straßen Tirols, vor allem am Wochenende. Seit Wochen jedoch ist alles anders und die B179 Corona-bedingt wenig befahren.

Ausgangspunkt ist Nassereith, wo man auf gemütlichen Wiesenwegen startet.
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Am vergangenen Sonntag sind wir daher von Nassereith zum Fernsteinsee gewandert. Über Wiesen und durch Wälder ging es gemütlich zu dem idyllischen Gewässer, die Strecke ist auch für größere Kinder gut machbar und die meiste Zeit sogar mit einem geländetauglichen Kinderwagen befahrbar. Wer will, kann diese Strecke aber auch mit dem Mountainbike zurücklegen. Alles in allem bot die Runde viel Natur und noch viel mehr Geschichte.

So kommt man hin: In Nassereith im Ortskern in der Nähe der Pfarrkirche Heilige Drei Könige parken, dann folgt man den gelben Wegweisern Fernstein in Richtung Norden. Zunächst gelangt man nach wenigen Minuten zum ersten Gewässer der Runde – dem Nassereither See.

Vom Vorbeifahren kennt man das Hotel Schloss Fernsteinsee.
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Dieser liegt idyllisch am Fuß des Wannig (2493 m), die Felswand ist zum Greifen nah. Am Sonntag hielten sich dort in der Früh schon recht viele Angler auf, mit ein wenig Glück kann man Regenbogenforellen, Lachsforellen und Saiblinge fangen.

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Man umrundet den See, befindet sich danach immer noch in Siedlungsgebiet und erst in einer Linkskurve hält man sich geradeaus und biegt von der Straße in einen Feldweg ein (Wegweiser Fernstein). Auf einem schönen Feldweg geht es gemütlich dahin, bei der nächsten Wegteilung hält man sich rechts und biegt in den Wald ab. Wer will, kann hier bei der Forstmeile ein paar Übungen einlegen, bei der nächsten Wegteilung bleibt man links, bei der übernächsten rechts.

Die Ruine Sigmundsburg liegt versteckt auf einer kleinen Insel.
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Der Weg ist durchgehend gut beschildert, ab und zu hört man den Gurglbach und seltener den Verkehr von der Fernpassstraße. Die Strecke ist auch Teil des so genannten Starkenberger Panoramaweges mit insgesamt sieben Etappen. Ein mit dem Wappen der Starkenberger versehener großer Stein entlang der Strecke erinnert an das alte Rittergeschlecht.

So folgt man nun immer dem Wegweiser Richtung Fernstein, einmal muss man kurz neben der Bundesstraße gehen, um diese dann nach wenigen Metern durch eine Mini-Unterführung samt Info-Tafel über die historische Bergbautätigkeit in dieser Region hinter sich zu lassen. Auf einer kleinen Straße geht es an einem Campingplatz vorbei und nach weiteren fünf Minuten erreicht man Schloss Fernsteinsee, in dem heute ein Hotel untergebracht ist. Links vom Wanderer zieht sich die erstmals 1288 erwähnte Burg hinauf, rechts stehen noch alte Stallungen und eine Kapelle, die 14-Nothelfer-Kapelle.

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Eine Tafel informiert über die Geschichte der Anlage, die auf geschichtsträchtigem Boden steht. Denn die alte Römerstraße Via Claudia Augusta, einst die wichtigste Verbindung zwischen Süddeutschland und Norditalien, führte am Fernsteinsee vorbei. Diesen erreicht man übrigens, wenn man rechts an der Kapelle und unter der Bogenbrücke durchgeht.

Da liegt er dann plötzlich vor einem auf 934 Metern Seehöhe, ca. 550 Meter lang und 540 Meter breit. Richtig idyllisch ist es hier, der See befindet sich in Privatbesitz, am Ufer sitzen kann man daher nicht überall.

Wir sind den See auf der Straßenseite – westlich – weiter entlangmarschiert. Man sieht Schwäne und viele Enten mit Nachwuchs. Auf einem breiten Weg geht es dahin, und wenn das Ende des bei Sporttauchern beliebten Gewässers erreicht ist, hält man sich weiter geradeaus.

Nun geht’s kurz aufwärts und dann steht man am dritten stehenden Gewässer dieses Tages, dem Samerangersee. Der ist zwar wesentlich kleiner als sein großer Bruder Fernsteinsee, dafür tiefer – rund 18 Meter soll es hinuntergehen. Auf demselben Weg geht man dann wieder das kurze Stück retour, um die Runde um den Fernsteinsee fortzusetzen. Nun wird der Weg zum Pfad, die Straße ist nicht mehr zu hören, dafür hört man einen Bach und später einen Wasserfall.

Ein paar Minuten später gelangt man über einen kleinen Steg zu einer Insel, die ebenfalls mit Geschichte aufwarten kann: Am höchsten Punkt des Eilandes befindet sich mitten im Wald das verfallene Schloss Sigmundsburg.

Herzog Sigmund der Münzreiche ließ es für seine erste Ehefrau errichten und auch wenn das Gemäuer nie ganz fertiggestellt worden ist, wurde es von beiden immer wieder bewohnt. Der Aufstieg geht am Seeufer entlang und dann steil durch den Wald bergauf, hier ist gutes Schuhwerk auf jeden Fall empfehlenswert. Und irgendwie kann man Herzog Sigmund (1427 bis 1496) sogar spüren.

Wieder auf festem Land geht es dann noch einige Meter wieder zurück zum Ausgangspunkt am Fernsteinsee. Dann auf bereits bekanntem Weg nach Nassereith zurück.

© TT

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