Disput über die Finanzen der Stadt Lienz

Lienz – Die erste Sitzung des Gemeinderates der Stadt Lien­z seit Beginn der Corona-­Krise förderte am Dienstag unterschiedliche Sichtweisen zur Finanzsituation zutage. Die Vertreter der ÖVP bezweifelten bereits eingangs die tatsächliche Notwendigkeit einiger geplanter Ankäufe, die auf der Tagesordnung stande­n. So meinte Vize-BM Kurt Steiner, der Bauhof benötige nicht zwingend ein neues eigenes Winterdienstfahrzeug. Dennoch fiel der Beschluss zum Ankauf des 236.000 Euro teuren Lkw dann einstimmig. Auch bei zwei Geräten zur Rasenpflege im Lienzer Stadion formulierte die schwarze Stadtpartei Zweifel und enthielt sich schließlich beim Beschluss.

Heftigen Widerspruch der Bürgermeisterin Elisabeth Blanik (SPÖ) handelte sich der ÖVP-Stadtparteiobmann Christian Steininger ein. Sich berufend auf eine Warnung des Stadtkämmerers Peter Blasisker meinte Steininger, die Stadt werde „im Oktober keine Liquidität mehr haben, also nicht mehr zahlungsfähig sein“. Darum, und nur darum, sollte eine lange geplante Neuauflage des Stadtbuches „Lienz in Geschichte und Gegenwart“ von Meinrad Pizzinini auf unbestimmte Zeit verschoben werden. „Hier öffentlich zu behaupten, Lienz werde im Oktober zahlungsunfähig sein, ist ein unglaublicher Fauxpas“, empörte sich die Stadtchefin. Lienz stehe dank einer umsichtigen Finanzgebarung besser da als andere Gemeinden. „Wirtschaft ist zu einem guten Teil Psychologie. Diese Investitionen sind ein Signal an die Wirtschaft“, rechtfertigte Blanik die Tagesordnung. Der Gemeinderat befürwortete mehrheitlich die Neuauflage von 2500 Stadtbüchern um rund 62.000 Euro, mit Enthaltung der ÖVP. (bcp)


Kommentieren


Schlagworte