Gegossenes und Gemaltes in der Innsbrucker Galerie Maier

Pas de deux des Malers Klaus Stephan und des Bildhauers Otto Eder in der Innsbrucker Galerie Maier.

„Aufmerksam“, um 2000 von Klaus Stephan gemalt.
© watzek

Von Edith Schlocker

Innsbruck – Stephanie Moser-Maier ist heilfroh, dass langsam wieder so etwas wie Normalität in den galeristischen Alltag einkehrt. Im konkreten Fall mit einer Doppelausstellung des Bildhauers Otto Eder und des Malers Klaus Stephan, zwei Künstlern aus dem Repertoire. Präsent allerdings mit Arbeiten, die alles andere als neu sind, da wie dort kreisend um den Menschen als zentrales Thema.

1982, als der heute 56-jährige Klaus Stephan die Wiener Akademie der bildenden Künste bezogen hat, ist Otto Eder im Alter von erst 58 Jahren gestorben. Ein höchst heterogenes Werk hinterlassend, das sich durch eine zunehmende formale Reduktion hin zu einer rhythmisierten Harmonie auszeichnet, die in totalem Gegensatz zu den Arbeiten aus früheren Jahren steht. Etwa der fabelhaften „Großen Liegenden“ aus den ganz frühen 1950er-Jahren, die als reizvolle Assemblage unterschiedlicher geometrischer Formen daherkommt. Gegossen wie die meisten von Eders Skulpturen in Bronze, deren „Haut“ hier noch amorph durchpulst ist, bevor sich auch die Oberflächen bis zur Hochglanzpolitur im Extremfall glätten.

Klaus Stephan ist ein klassischer Maler, der sich mehr und mehr dem Abstrakten zuwendet. Noch nicht um die Nullerjahre, in denen die meisten der in der Ausstellung zu sehenden Arbeiten entstanden sind. Wo Stephan in Öl malend, aquarellierend oder zeichnend raffiniert mit Ausschnitten und Perspektiven, mit Licht und Schatten spielt, entwickelt in koloristischer Finesse meist um nur eine Farbe. Eingesetzt als abstrakte Metapher für Stimmungen und Ambienti, die bedrohlich bis ganz intim sein können.

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