Biosysteme-Konferenz in Estland eröffnet: Forschung für mehr Agrarertrag

Fadi Dohnal, wissenschaftlicher Leiter des Campus Technik Lienz, eröffnete als erster Hauptredner eine internationale Konferenz.

Konferenzleiter Margus Arak (oben links) eröffnete die Online-Tagung mit dem Vortrag von Fadi Dohnal aus Lienz (2. v. l. oben).
© Campus Technik Lienz

Von Christoph Blassnig

Lienz – Landwirtschaft und Mechatronik gehören zusammen. „Es gibt sehr teure Sitze für Traktoren, die den Fahrer trotz der Bewegungen der Maschine absolut ruhig sitzen lassen“, schildert Fadi Dohnal einen praktischen Anwendungsfall. Dohnal leitet die Division Mechatronik der UMIT am Campus Technik Lienz. Seine Arbeiten im Bereich der Schwingungen sind weltweit anerkannt. Am Mittwoch hat Dohnal die 11. internationale Konferenz „Biosystems Engineering 2020“ in Estland als erster Hauptvortragender eingeleitet.

Aufgrund der weltweiten Corona-Krise stand die Konferenz mit Teilnehmern aus 38 Ländern kurz vor der Absage. Schließlich wagten die Organisatoren eine Neuerung und führten die dreitägige Veranstaltung als Online-Videokonferenz durch. Dohnal erläuterte in seinem Vortrag, wie sich Schwingungen auf die Bewegungen eines Systems auswirken und wie man sie vermindern kann, um die Effizienz zu steigern. „Den beschriebenen Sitzen für Traktoren liegt sehr komplizierte Technik zugrunde, die auch fehleranfällig ist. Meine Forschung zeigt, wie man das leichter umsetzen kann. Auch für Turbinenschaufeln beispielsweise ist ein möglichst schwingungsfreier Lauf von größter Bedeutung.“

Estland sei weltweit federführend im Bereich der Forschung für den Agrarsektor, meint Dohnal. Die jährliche Biosysteme-Konferenz sei demzufolge jedes Mal eine riesige Veranstaltung mit Hunderten Teilnehmern. Die Wissenschafter stellen sich so vielschichtigen Aufgaben wie der Verwertung von Olivenabfällen nach der Ölgewinnung oder der Entwicklung von Ernterobotern.

„Die Durchführung über Online-Video war gänzlich neu, hat aber bestens funktioniert“, erklärt Dohnal. Die Teilnehmer verfolgten seinen Vortrag am Computer und konnten im Anschluss über eine Nachrichten-Anwendung Fragen stellen. „Zur Frage hatte ich also gleich ein Gesicht und einen Namen“, sagt Dohnal. „Insofern war die Online-Ausgabe sogar persönlicher als sonst.“

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