Auch Schiedsrichter in der Zwangspause: Mit Maske, aber ohne Pfeife

Teil sieben der Unterhaus-Serie: Die Corona-Pandemie sorgte für eine Absage der Rückrunde des Fußball-Unterhauses und zwang auch Schiedsrichter Gregor Danler zur Pause.

Gregor Danler kann heuer nicht wie gewohnt mit seinen Assistenten Yilmaz Et (ganz l.) und Ferruh Yilmaz (r.) auf den Fußballplätzen auflaufen.
© Foto TT / Rudy De Moor

Von Daniel Suckert

Innsbruck, Absam – Normalerweise würde Gregor Danler heute am Fußballplatz stehen oder sitzen. Je nachdem, ob der Tiroler Schiedsrichter-Besetzungsreferent und Obmann-Stellvertreter mit Pfeife in der Hand aktiv wäre oder nur als Beobachter seinen Kollegen über die Schulter schauen würde. Das Coronavirus stellte aber auch das Leben des diplomierten Krankenpflegers ein wenig auf den Kopf. Emotional wird er deshalb aber nicht: „Es ist nun mal, wie es ist.“

Obwohl ihm die Begegnungen auf den Tiroler Fußballplätzen natürlich fehlen. Ob Obmänner, Spieler oder Schiedsrichterkollegen – am Ende des Tages sind alle Teil einer großen Familie, die unter normalen Umständen jedes Wochenende zusammenkommen würden. Darum war auch der kurzzeitig aufgekommene Gedanke an mögliche „Geisterspiele“ für ihn sinnlos: „Das Unterhaus lebt davon, dass die Leute rund um den Verein sich am Platz treffen. Es ist ein Ort der Begegnung.“

Langweilig wird dem Absamer trotzdem nicht. Wie auch – er zählt ja zu den modernen Helden dieser Zeit. Obwohl der Krankenpfleger, der auf der Innsbrucker Notfallaufnahme tätig ist, damit so gar nichts anfangen kann: „Wir fühlen uns nicht als Helden. Wir machen einfach unseren Job, den wir uns ja aus einem ganz bestimmten Grund ausgesucht haben.“

Die Corona-Pandemie war nicht nur für den Absamer eine intensivere Zeit.
© Danler

Die akute Phase der Pandemie brachte eine intensive Zeit mit sich. Und auf einmal wollte nahezu jeder mit ihm über das Virus sprechen: „Mittlerweile ist das wieder abgeflacht, aber vor wenigen Wochen noch war das Interesse sehr groß. Das sehe ich durchwegs positiv. Informationen können viel Angst nehmen.“

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Was die Schiedsrichter-Tätigkeit betrifft, sind derzeit alle Verpflichtungen ruhend gestellt. Seminare und die regelmäßigen Gruppenabende sind abgesagt worden. Stillstand gibt es bei Danler trotzdem keinen. Der 33-Jährige schwitzt genügend bei seinen Joggingrunden. Ohne Pfeiferl.

Eines weiß Danler in jedem Fall: „Wenn wir wieder am Fußballplatz stehen können, wird es umso schöner sein.“ Das werden wohl alle im Unterhaus so sehen.


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