Kaum Aussicht auf Kino unter den Sternen in Innsbruck

Unwahrscheinlich ist Stand heute auch, dass es in diesem Sommer das von Leokino und Treibhaus veranstaltete Open-Air-Kino im Innsbrucker Zeughaus geben kann.

Das Open-Air Kino im Zeughaus ist seit Jahren ein Highlight im Sommer.
© JELCIV

Innsbruck – Normalerweise wäre Dietmar Zingl, Geschäftsführer des Innsbrucker Leokinos, derzeit in Cannes. Doch heuer fällt das Festival aus. Und das Leokino ist, wie alle anderen heimischen Lichtspielhäuser, bis auf Weiteres geschlossen. „Prognosen, wann der Betrieb wieder aufgenommen werden kann, sind kaum möglich“, sagt Zingl. Am Freitag will die Regierung den Kulturfahrplan für die nächsten Monate präsentieren. „Vielleicht wissen wir dann mehr“,so der Kinochef.

Ein Neustart vor Herbst sei aber unwahrscheinlich. Die Fixkosten laufen bis dahin weiter. Trotz Kurzarbeit betragen diese monatlich zwischen 13.000 und 15.000 Euro. Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek (Grüne) hat Programmkinos, die Filmkunst abseits des Mainstreams zeigen, zuletzt eine Verdoppelung der Jahressubvention zugesagt. Im Fall von Leokino und Cinematograph seien dies zusätzliche 35.000 Euro, sagt Dietmar Zingl. „Damit retten wir uns über gut zwei Monate“. Im Vergleich mit Deutschland und der Schweiz vermisse er ganz allgemein den politischen Rückhalt für Kulturbetriebe. Allen Absichtserklärungen sei kaum konkrete Hilfe gefolgt.

Unwahrscheinlich ist Stand heute auch, dass es in diesem Sommer das von Leokino und Treibhaus veranstaltete Open-Air-Kino im Innsbrucker Zeughaus geben kann. Veranstaltungen mit 500 oder mehr Besuchern gelten als Großveranstaltung – und die sind Stand jetzt bis Ende August verboten. Aufsperren wird in der nächsten Woche immerhin die Leokino-Bar. Vorerst für täglich zweieinhalb Stunden ab 17 Uhr. „Als Zeichen, dass es uns noch gibt“, sagt Zingl. Wobei die Betonung auf dem „noch“ liege. (jole)

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