Tödliche Kuh-Attacke im Stubaital: OGH bestätigt Teilschuld des Landwirts

Auch der Oberste Gerichtshof stellte zu der tödlichen Kuhattacke vom Pinnistal für die Hinterbliebenen eine Teilschuld von Landwirt und Hundehalterin fest.

Laut Höchstgericht tragen auf Almwegen Wanderer und Tierhalter zu gleichen Teilen Verantwortung.
© Angela Dähling

Von Reinhard Fellner

Wien, Innsbruck – Die tödliche Kuhattacke im Stubaier Pinnistal im Jahr 2014 wurde zu einem der meistdiskutierten Unfälle der Republik und führte letztes Jahr zu einer Gesetzesänderung in Richtung Eigenverantwortung auf Wanderwegen. Gestern hat der Oberste Gerichtshof (OGH) die rechtliche Beurteilung des Unglücks nun abgeschlossen.

Es bleibt bei der Berufungsentscheidung des Innsbrucker Oberlandesgerichts. Demnach sind für den Unfall zur Hälfte der Landwirt als Tierhalter und das Todesopfer als Hundehalterin verantwortlich.

Das Höchstgericht bestätigte damit nun die bundesweit geltenden Richtlinien. So sagt es zum Landwirt, dass dieser um die Gefährlichkeit seiner Mutterkühe wissen musste: „Zu dieser relativen Gefährlichkeit der Tiere kam die erhöhte Wahrscheinlichkeit einer Schädigung im Bereich um Almgebäude und das Gasthaus.“

Laut OGH hätte der Bauer als Tierhalter darauf reagieren müssen. So sei das Aufstellen von Zäunen im Bereich ebenen Weidegebiets nicht ungewöhnlich und beeinträchtige auch nicht den Weidebetrieb. Die Abzäunung entlang der Straße zur Alm sei so eine „zumutbare und nicht gravierende Interessen beeinträchtigende Maßnahme“ gewesen.

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Die Hundehalterin hätte wiederum sowohl die Warnschilder als auch Abstandsregeln ignoriert. „Hundehalter müssen über die damit verbundenen Gefahren Bescheid wissen und sich dementsprechend verhalten“, so der OGH.Ehegatte und Sohn bekommen sohin mtl. Renten (606 Euro bzw. 176 Euro) sowie 53.911 Euro bzw. 23.750 Euro an Schadenersatz.


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