Tiroler Lichtpapst Christian Bartenbach feiert heute 90. Geburtstag

Der Tiroler Christian Bartenbach gilt als Pionier der Lichtplanung. Heute wird der Unternehmer, Erfinder und Hochschulprofessor 90 Jahre alt.

Bartenbach schuf das Beleuchtungssystem für den Uhrturm in Mekka, eindrucksvoll sind die Ziffernblätter, die von 600.000 LEDs erhellt werden.
© David Matthiessen

Aldrans – Seit 60 Jahren ist Christian Bartenbach auf dem Gebiet der Beleuchtungstechnik und Lichtplanung tätig. Heute feiert der so genannte Tiroler Lichtpapst seinen 90. Geburtstag. Und er ist noch immer fast jeden Tag in seinem Büro in Aldrans aktiv und beschäftigt sich mit Forschungsprojekten rund um das Licht. „Derzeit schreibe ich auch an einem Buch, es ist schon fast fertig“, erzählt Bartenbach. „Meine Gedanken über das Licht“ soll es heißen.

Christian Bartenbach forscht in Sachen Licht.
© Die Fotografen

Bisher hat Bartenbach schon an 10.000 Projekten gearbeitet. Sein wohl spektakulärster Auftrag war die Beleuchtung von Mekka. Hier war die Uhr für den 601 Meter hohen Abraj-Al-Brait-Turm etwas ganz Besonderes, erinnert sich Bartenbach. Rund um den Turm in einer Höhe von 425 Metern befinden sich die vier Ziffernblätter mit einem Durchmesser von 43 Metern, die mit rund 600.000 LEDs beleuchtet werden. Die Uhrzeit kann aus bis zu 10 Kilometern Entfernung sowohl bei Tag als auch bei Nacht abgelesen werden. Rund fünf Jahre wurde an dem einmaligen Beleuchtungssystem getüftelt. Am 26. August 2011 wurde der Turm offiziell eingeweiht.

Bartenbachs Liebe zur Technik kommt nicht von ungefähr. Er wuchs in einem technisch geprägten Elternhaus auf und besuchte die Höhere Technische Lehranstalt in Innsbruck. 1954 schloss er das Studium als Ingenieur für Elektronik und Elektrotechnik ab. Er arbeitete dann im Familienunternehmen „G. A. Bartenbach, Innsbruck“ und baute darin die lichttechnische Entwicklungsabteilung auf. 1960 gründete er zusammen mit seinem Bruder Adolf Bartenbach die Leuchtenfabrik Bartenbach Lichtsysteme. Er erforschte und entwickelte Kunstlichtsysteme.

Lichttechnik von Bartenbach kommt auch in der neuen Zentrale von Adidas in Herzogenaurach zur Anwendung.
© SL Rasch/Stuttgart

Die Begegnung mit Ivo Kohler, dem damaligen Leiter des Psychologischen Instituts der Universität Innsbruck, prägte ihn. „Ich habe die Wahrnehmungspsychologie in die angewandte Lichtforschung eingebunden“, schildert Bartenbach. Seit 1964 widmete er sich dann ausschließlich dieser Lichtforschung. So entwickelte er die Dark-Light-Technik, die erste blendungsfreie Beleuchtung.

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Mit seinem Planungsbüro „Lichtplanung Christian Bartenbach“ in München befasste er sich mit dem Medium Licht in Zusammenhang mit der lichtarchitektonischen Gestaltung von Innen- und Außenräumen: Bartenbach entwickelte die Tageslicht-Umlenktechnik und mehrere Sonnenschutzsysteme, für die in mehreren Ländern Patente erteilt wurden.

Im Jahr 1989 schuf Architekt Josef Lackner das neue Stammhaus des damaligen „Bartenbach LichtLabor“ in Aldrans, das seit 2013 unter „Bartenbach GmbH“ firmiert. Dort werden im so genannten „Künstlichen Himmel“ Lichtsituationen erzeugt, wie sie an jedem beliebigen Ort auf der Welt, jahres- und tageszeitlich exakt determiniert, auftreten können.

Seit 1994 befasst sich Bartenbach vornehmlich mit der Tageslichtumlenkung in Innenräumen. Auch Gesundheit und Licht ist ein großes Thema für ihn. Forschen ist für Bartenbach ein Lebenselixier: „Ruhe gebe ich da noch nicht.“ (ft)


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