Kinderbetreuung in Innsbruck: Nachfrage steigt

In städtischen Kindergärten werden derzeit nur 500 Kinder betreut. Für die Sommerbetreuung brauchen Eltern heuer einen Arbeitsnachweis.

In Kindergärten wird es keinen Schichtbetrieb wie in den Schulen geben.
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Von Denise Daum

Innsbruck –Am Höhepunkt der Corona-Krise in Tirol waren nicht nur die Straßen leer, sondern auch die städtischen Kindergärten. Lediglich 20 Kinder befanden sich stadtweit vor Ostern in Betreuung. Aktuell liegt die Zahl bei knapp unter 500 Kindern. „Das sind nur 25 Prozent“, wie die zuständige Bildungsstadträtin Elisabeth Mayr (SPÖ) weiß. Mittlerweile steigt die Nachfrage stetig, Mayr rechnet mit einem massiven Anstieg ab kommenden Montag, wenn auch die Schulen wieder aufsperren. Zudem wird die Wirtschaft weiter hochgefahren, was naturgemäß auch auf die Kinderbetreuung Auswirkungen hat.

Schichtbetrieb wie in den Schulen wird es in den Kindergärten nicht geben. „Wir haben auch andere Hygienebestimmungen. Wichtig ist, dass wir einen Überblick haben, welches Kind mit wem Kontakt hat, sollte es einen Covid-Verdachtsfall geben“, erklärt Mayr. Zudem gilt, dass jeder Person in einem geschlossenen Raum vier Quadratmeter zur Verfügung stehen müssen, eine Mund-Nasen-Schutz-Pflicht für Betreuungspersonen und Kinder wird es nicht geben.

Stadträtin Mayr appelliert an die Eltern, im Sinne der Planbarkeit die Einrichtungen darüber zu informieren, wann ein Kind wieder in den Kindergarten kommt. Eine verpflichtende Voranmeldung ist aber nicht geplant.

Ab 18. Mai werden in den Kindergärten und Horten auch wieder Mittagessen ausgegeben, bislang mussten die Kinder dieses selbst mitnehmen. Während die Mittagessen den Eltern in Rechnung gestellt werden, hebt die Stadt für Kinder- und Nachmittagsbetreuung an den Schulen vorerst weiterhin keine Gebühren ein.

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Eine besondere Herausforderung wird dann die Organisation der Sommer­ferienbetreuung. „Viele für die Sommerbetreuung wichtige Fakten zu den Rahmenbedingungen sind uns noch nicht bekannt, haben aber großen Einfluss auf die Anmeldungen“, erklärt Stadträtin Mayr. So wisse man noch nicht, wie viele Plätze überhaupt angeboten werden können, da durch die Corona-Maßnahmen die maximal erlaubte Kinderzahl pro Gruppe beschränkt sei. „Für zusätzliche Gruppen braucht es mehr Personal – und Personal steht leider nicht unendlich zur Verfügung“, sagt Mayr.

Um sicherzugehen, dass berufstätige Eltern jedenfalls einen Platz in der Sommerbetreuung bekommen, werden dieses Jahr bei der Anmeldung Arbeitsnachweise von beiden Elternteilen bzw. bei Alleinerziehern Arbeits- und Haushaltsnachweis verlangt. Mayr erklärt, dass sie diese Barriere für die Kinderbetreuung sowohl frauen- als auch bildungspolitisch sehr kritisch sehe. „Aber auch von Vertreterinnen der Gewerkschaft wurde mir bestätigt, dass diese Vorgangs­weise derzeit leider die einzige Möglichkeit ist, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewährleisten.“

Die Anmeldung für die Sommerferienbetreuung hat bereits begonnen. Die Kinderfreunde Tirol nehmen diese sowohl online als auch persönlich am Rennweg an.


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