79-jähriger Tiroler radelt 14.000 km im Jahr mit Mountainbike

Albert Tatschl aus Buch ist seit seiner Pensionierung leidenschaftlicher Radfahrer. 200.000 km am Tacho bis zum 80. Geburtstag sind sein Ziel.

Albert Tatschl ist fast täglich mit seinem Rad unterwegs und überholt auch etliche E-Biker.
© Dähling

Von Angela Dähling

Buch i. T. – Sportlich fit und ambitioniert zu sein, ist keine Frage des Alters. Der 79-jährige Albert Tatschl ist der lebende Beweis dafür. Der Pensionist aus Buch bei Jenbach ist begeisterter Radfahrer und hat ein großes Ziel: Bis zu seinem 80. Geburtstag im November 2021 möchte er mit seinem Mountainbike die 200.000-km-Marke knacken. 189.000 Kilometer ist Albert Tatschl seit seiner Pensionierung im Jahr 2002 inzwischen geradelt. Ein E-Bike ist kein Thema für ihn. „Jedenfalls nicht bis zu meinem 80er“, sagt er lachend.

Der Bucher war einst Dreher im Jenbacher Werk. Viel Zeit für Hobbys hatte er nicht. Das änderte sich durch die Pensionierung. „Im ersten Jahr fuhr ich 2000 km mit dem Rad. Letztes Jahr waren es 14.000 km, davor dreimal 13.000 km“, schildert er.

Um das zu schaffen, ist Tatschl fast täglich bikend unterwegs. Selbst im Winter, wenn möglich. Zumindest bis Dezember und ab Februar. Im Sommer fährt er oft über 100 km am Tag – quer durch ganz Tirol und auch mal bis ins Bayrische oder zum Brenner. Um möglichst viel zu sehen, kombiniert der Pensionist das Radfahren mit Bahnfahren.

Mit Seniorenticket und einem Zusatzticket fürs Rad ausgestattet legt er den Hinweg oft mit den ÖBB zurück, den Heimweg tritt er dann mit dem Drahtesel an. So nimmt der 79-jährige Frühaufsteher gern in den ersten Zug am Morgen nach Landeck, trinkt dort entspannt einen Kaffee und radelt danach zurück nach Buch. „Ich bin gerne gegen Mittag wieder daheim. Vor allem im Hochsommer wegen der Hitze“, erzählt er. Auch vom Bahnhof in Kitzbühel aus hat er in letzter Zeit zwei unterschiedliche Touren heimwärts gemacht.

Ein Raser ist er nicht. „Das Tempo bzw. Bestzeiten interessieren mich nicht. Ich hab­e Jausen dabei und halte an schönen Plätzen an, um die Natur zu genießen“, betont er. Stolz ist er, dass er in seinem Alter kein einziges Medikament braucht. „Man soll nur so viel essen, wie der Körper braucht, und daher bewusst essen. Alkohol und Nikotin sind tabu und Zufriedenheit ist wichtig“, lautet das Motto von Tatschl, der selbst kocht und den Haushalt macht.

2011 starb seine Frau an einem Herzinfarkt, den ersten Infarkt hatte sie 2001. „Von da an wollte ich immer vorbereitet sein. Und meine Frau sagte, dass zumindest ich gesund bleiben sollte“, erinnert er sich. Daher habe sie seine radfahrerischen Ambitionen auch immer unterstützt.

Das Highlight seiner Pensio­n hat allerdings nicht zwei Räder, sondern zwei Füße. Es ist seine Enkelin.Tatschl: „Mit 72 erstmals Großvater zu werden, das war ein Höhepunkt meines Lebens.“


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