Nur fünf Prozent der Tiroler Hotels sperren fix nicht auf, Kritik an Hilfspaket

Einer Umfrage der Fachgruppe Hotellerie zufolge wollen 56 Prozent der Betriebe im Sommer öffnen. Blick auf Wintersaison ist zwiespältig.

56 Prozent der Tiroler Beherbergungsbetriebe wollen laut repräsentativer Umfrage für die heurige Sommersaison – trotz Corona – aufsperren.
© iStockphoto

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Noch dauert es gut zwei Wochen, bis auch die Beherbergungsbetriebe wieder aufsperren können. Eine gesamte Branche scharrt deshalb ungeduldig in den Startlöchern. Denn noch ist das geplante Hochfahren von vielen offenen Fragen gekennzeichnet. Bis gestern war noch immer keine Verordnung aus dem Gesundheitsministerium bekannt, unter welchen Rahmenbedingungen und Auflagen die Hotels, Appartements und Ferienwohnungen wieder Gäste willkommen heißen dürfen.

Um die Stimmung unter den Mitgliedern auszuloten, hat nun die Fachgruppe Hotellerie der Wirtschaftskammer Tirol unter Obmann Mario Gerber eine repräsentative Befragung durch die Firma Imad-Marktforschung durchführen lassen (telefonische und Online-Umfrage vom 30. April bis 7. Mai; Stichprobe: 788; Beteiligungsrate: 51 %; Schwankungsbreite: +/-2,4 %).

Für Gerber seien die Unkenrufe der vergangenen Wochen widerlegt, dass etliche Beherbergungsbetriebe im heurigen Sommer geschlossen halten würden. Tatsächlich geben nur fünf Prozent an, auch in den kommenden Wochen und Monaten „ganz sicher nicht“ aufsperren zu wollen. 56 Prozent der Betriebe wollen fix öffnen, 39 Prozent seien noch unentschlossen.

Betreiber von Apartments und Ferienwohnungen wollen zu 79 Prozent, Hoteliers zu 50 Prozent im Sommer auf alle Fälle aufsperren. Gerber schätzt, dass viele der Unentschlossenen noch umschwenken werden, fiel die Umfrage doch vor der Meldung, dass die Grenzen zu Deutschland mit 15. Juni fix aufgehen sollen. Das aber wiederum, so Gerber, sei die zentrale Frage der vergangenen Wochen für die über 5000 Mitgliedsbetriebe in Tirol gewesen. Das bestätigt auch die Umfrage. Für 92 Prozent der Befragten ist diese Öffnung „sehr wichtig“.

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Die Zahlen stimmen mich positiv. Die Hoffnung und der Optimismus im Tourismus leben.
Mario Gerber (Obmann Hotellerie)

Was den Blick in Richtung Winter betrifft, so sind die Lager in der Branche geteilt. Während 57 Prozent der Hoteliers und Apartmentvermieter „eher zuversichtlich“ auf die Saison 2020/2021 blicken, geben sich 43 Prozent „eher pessimistisch“. Gerber interpretiert das insofern, als dass in diesen Umfragewerten noch die Causa Ischgl negativ hereinspiele und „ziemlich viele Ängste geschürt“ worden seien. Letztlich stünden aber neun von zehn Befragten hinter der vorzeitigen Schließung der Skigebiete mit 15. März, besagt die Umfrage der Wirtschaftskammer.

Mario Gerber
© Tiroler Wirtschaft

Dass Tirol in Wien zu Recht auf weitere Hilfsmaßnahmen gepocht habe, beweise laut Gerber das Umfrageergebnis, dass 81 Prozent der Befragten die von Landes- und Bundesregierung beschlossenen Hilfspakete als „nicht ausreichend“ bezeichnen: „Da ist noch Luft nach oben.“ Wenngleich Gerber hier darauf verweist, dass in Teilbereichen (Bsp. Wirtepaket) bereits nachgeschärft worden sei. In erster Linie sei aber weiter der Bund gefordert. Die Stimmung sei trotz allem grundsätzlich eine positive, fühlt sich Gerber umfragemäßig bestätigt: „Der Optimismus im Tourismus lebt.“


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