Deutsche Bundesliga als „Lokomotive“

Gespannt schaut die Fußballwelt auf den Neustart der deutschen Bundesliga. „Die Lokomotive des europäischen Fußballs kommt wieder in Bewegung“, schrieb der italienische „Corriere della Sera“. „Aus Deutschland ertönt das Signal, auf das der gesamte europäische Fußball gewartet hatte“, titelte die französische Sportzeitung „L‘Equipe“.

DFB-Nationalspieler Toni Kroos bestätigte, mit welch großem Interesse die spanische Primera Division am Wochenende nach Deutschland blickt. „Man hat hier so den Eindruck: Wenn die Deutschen das nicht hinkriegen, dann kriegt das keiner hin, da weiterzumachen“, sagte der Real-Madrid-Profi. Die Bundesliga wird am Samstag nach zweimonatiger Zwangspause wegen der Coronavirus-Pandemie als erste der europäischen Top-Ligen den Spielbetrieb wieder aufnehmen.

Es sei beeindruckend, „dass die Deutschen das mit den Viruszahlen, mit den Infektionen und den Verstorbenen noch mit am besten hinbekommen haben“, meinte der Weltmeister von 2014. „Und wenn die nicht in der Lage sind, die Bundesliga zu beenden, wer ist es dann? Von daher wird sicher hingeguckt, wie es läuft“, meinte Kroos.

Der frühere Weltmeister und Weltfußballer Rivaldo sagte, er sei davon überzeugt, dass bei der Wiederaufnahme des Spielbetriebs in Deutschland „alles gut verlaufen“ werde. „Die Bundesliga wird mit gutem Beispiel vorangehen, damit andere Länder diesem Drehbuch folgen können.“

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Ex-Bayern-Profi Owen Hargreaves geht sogar noch einen Schritt weiter: „Vergesst Fußball, die ganze Welt wird an diesem Wochenende zuschauen, um zu sehen, ob das funktioniert, denn die NFL, die NBA, die werden alle sehen wollen, ob das klappt. Es geht nicht nur um den Sport. Wenn das jetzt gut geht, werden die Leute versuchen, das auf der ganzen Welt umzusetzen“, sagte der Experte von BT Sport.

Die britische Tagezeitung „The Independent“ zieht Rückschlüsse auch für die Premier League, die voraussichtlich erst ab 19. Juni starten soll: „Für alle ist es wichtig, dass diese erste Woche gut geht. (...) Wenn Deutschland es nicht hinbekommt, trotz der niedrigeren Kurve und obwohl so vieles so reibungslos verlaufen ist, dann ist es schwer, sich vorzustellen, dass jemand anderes es in nächster Zeit hinbekommt.“

Riesig ist das Interesse bei Fernsehstationen in aller Welt. Die Deutsche Fußball Liga wollte sich zwar zum internationalen TV-Interesse nicht äußern, nach dpa-Informationen ist die Bundesliga am Wochenende in mehr als 200 FIFA-Mitgliedsländern zu sehen. Ein ähnliches Interesse verzeichnete die Eliteliga in den vergangenen Jahren nur beim Schlager FC Bayern gegen Borussia Dortmund.


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