TVB-Kurzarbeit bleibt weiter im Unklaren

Wie viele TVB-Mitarbeiter dürfen in Kurzarbeit gehen?
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Innsbruck – Vier Millionen Euro hat das Land diese Woche den Tourismusverbänden bereitgestellt, für den Fall, dass das AMS nicht alle beantragten Ansuchen auf Kurzarbeit auch genehmigt. Ein finanzieller Ausgleich, um Kündigungen zu vermeiden.

Wie berichtet, gibt es Unstimmigkeiten, weil den TVB zunächst ein voller Zugang in die Kurzarbeit signalisiert, später dieser jedoch vom Bund aus beschränkt wurde. Demnach dürfen TVB als Körperschaften öffentlichen Rechts Mitarbeiter lediglich in jenem Ausmaß zur Kurzarbeit anmelden, als die Verbände an Einnahmen auch „eigenwirtschaftlich“ lukrieren. Das hätte aber viele Mitarbeiter vom Kurzarbeitsmodell ausgeschlossen, so die Kritik. Deshalb sprang das Land ein.

Diese Woche hätten einige TVB (St. Anton a. A; Wildschönau, Imst Tourismus, Wilder Kaiser, Tannheimer Tal, Achensee, Pitztal, Stubai Tirol) jedoch die Meldung erhalten, dass sämtliche ursprünglich angemeldeten Mitarbeiter zur Kurzarbeit zugelassen worden seien. Im Falle des TVB Wilder Kaiser, so bestätigt das Gerhard Föger, Leiter der Abteilung Tourismus im Land, seien das nun alle 37 statt nur fünf Personen. Die TVB würden deshalb aufatmen, auch weil man sich erwarte, dass nun schon aus Gleichheitsgründen diese richtlinienkonforme Abwicklung tirolweit flächendeckend zum Tragen kommen werde. „Die Einsicht des AMS erfüllt die Zielsetzung der Richtlinie, nämlich die MitarbeiterInnen in Beschäftigung zu halten und vor Kündigung zu schützen“, bedankt sich Föger für diese offenkundige Klarstellung seitens des AMS.

Einige TVB sollen nämlich bereits mit dem Gedanken gespielt haben, die umstrittene AMS-Auslegung der Kurzarbeits-Richtlinie bis zu den Höchstgerichten anzufechten. Das sei „damit hinfällig“, so Föger. Er rechnet in Folge damit, dass die beschlossenen Landes-Gelder vorerst nicht benötigt und deshalb bis auf Weiteres auch nicht ausgezahlt werden müssen.

Beim AMS zeigt man sich gestern über diese Vorfreude einigermaßen irritiert. Laut AMS-Tirol-Leiter Anton Kern habe sich weder die Kurzarbeitsrichtlinie noch deren Auslegung binnen der vergangenen Tage geändert. Noch immer könnten „TVB mit einer Eigenerlösquote über 50 Prozent vom AMS zur Gänze gefördert werden“. Welche TVB zu welchem Prozentsatz aber zur Kurzarbeit zugelassen werden, werde sich erst zu Beginn kommender Woche nach einem Abgleich mit dem Land weisen. (mami)


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