Wirtschaft ankurbeln: Für IHS-Chef ist „Diskussion über Steuern zu früh“

Die Politik müsse jetzt alles unternehmen, um Konsum und Investitionen anzukurbeln, sagt IHS-Chef Martin Kocher. Österreich brauche dringend wieder Wachstum.

Sieht heuriges Rekorddefizit gelassen: IHS-Chef Martin Kocher.
© APA/HELMUT FOHRINGER

Von Alois Vahrner

Wien, Innsbruck –Parallelen zur Finanzkrise 2008/09 sieht der Chef des Instituts für Höhere Studien bei der aktuellen Corona-Pandemie wenige, noch eher gebe es solche noch mit der einstigen Erdölkrise, sagt Kocher gegenüber der TT. „Das ist eine Krise, die ihren Ausgangspunkt nicht im Wirtschaftssystem hatte.“ Im Kampf gegen eine Virus-Ausbreitung hätten die Staaten Wirtschaft und Gesellschaft auf Notbetrieb heruntergedrosselt. Die Auswirkungen seien massiv, es gebe aber in Österreich eine grundsätzlich sehr gesunde Wirtschaft und eine sehr gute Infrastruktur.

Durch den Lockdown sei über Wochen eine Wirtschaftsleistung von je 2 bis 3 Mrd. Euro einfach weggebrochen. Und trotz des schrittweisen Hochfahrens werde es noch dauern, bis man auf frühere Niveaus komme, so Kocher. Der Ökonom rechnet heuer mit einem Schrumpfen des österreichischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 5 bis 9 Prozent. „Allerdings sind auch bei diesem Rahmen die Risiken höher, dass es noch tiefer wird, als die Chancen, dass das Minus kleiner wird.“

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