BMW X6: Sonderling mit verwöhnenden Extras

Mit der ersten Generation des X6 begann der Erfolgslauf der Aufsehen erregenden und gleichzeitig umstrittenen SUV-Coupés. Die dritte Auflage macht vieles besser, was die erste immerhin schon gut konnte.

Mächtig in der Spur: Auf 22-Zöllern steht das wuchtige, 4,94 Meter lange SUV-Coupé X6 von BMW, das Karosseriekleid in gefälligem Riverside-Blue-Metallic lackiert.

Von Markus Höscheler

Kappl – Es gibt sie natürlich noch immer, die Zweifler und Skeptiker, die mit der Existenz von Sport Utility Vehicles hadern, erst recht mit der coupéförmigen Variante, die vor zwölf Jahren überraschenderweise salonfähig geworden ist. 2008 stellte BMW den X6, ein Oberklassemodell mit hoher Bodenfreiheit und einer nach hinten stark abfallenden Dachlinie in die Schauräume der Vertragshändler und wurde für diesen tollkühnen Schritt reichlich belohnt. Zahlungskräftige Kunden wollten das Fahrzeug haben, sie scheuten sich nicht vor der expressiven Optik – und sie konnten vor allem von der technischen Mitgift profitieren. Denn die Ingenieure von BMW haben sich beim X6 besonders ins Zeug gelegt, um den Hochbau besonders dynamisch um die Kurve zu kriegen. Und es war in der Tat erstaunlich, was dem Münchner Autobauer in dieser Hinsicht gelang: ein wahres Kurvenwunder, optisch und athletisch.

Die Aufregung um den X6 ist nicht mehr annähernd so groß, SUV-Coupés haben sich dank der Arbeit von Epigonen in unser Straßenbild schon eingebrannt. Gleichwohl verdient die dritte Generation Beachtung, seit sie Ende des vorigen Jahres auf den Markt gekommen ist. Die Karosserieform hat sie im Wesentlichen beibehalten, der Doppelnieren-Kühlergrill ist noch einmal größer ausgefallen, die seitlichen Einschnitte oberhalb der Schweller sind markant, wirken aber nicht martialisch. Die gelungene Dachlinie kommt der Perfektion noch einmal näher, die 22-Zoll-Alufelgen füllen die üppigen Radhäuser aus.

Doch den wahren Glanz entfaltet der Testwagen, in unserem Fall ein X6 xDrive30d, erst in seinem Innenraum, nicht zuletzt dank einiger Extras, die selbst hartgesottene SUV-Gegner umgarnen könnten. Beginnen wir mit dem „Bowers & Wilkins“-Diamond-Surround-Sound-System, das zwar 4620 Euro kostet, aber die Fahrgäste mit Wohlklängen zu verwöhnen versteht.

Eine weitere Spezialität stellt die Softclose-Automatik (545 Euro extra) dar, eine Einrichtung, die hilft, nicht ganz geschlossene Seitentüren mit elektrischem Nachdruck sicher zu verschließen. Dieses System provoziert gerade dazu, den X6 quasi mit Samthandschuhen anzufassen.

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Luxuriös geht es weiter, etwa dank einer Vierzonen-Klimaautomatik oder eines Fond-Entertainmentsystems, das mit zwei Bildschirmen aufwartet, die sich auf der Rückseite der Vordersitze befinden, und die Fahrgäste der zweiten Sitzreihe unterhalten soll.

Geht es den Passagieren hinten gut, kann sich der Fahrer vorne ganz auf die Hightech-Zutaten konzentrieren, die ihm das Vorankommen erleichtern. Ein hochwertiges Head-up-Display und ein Laserlicht – Bestandteile des Innovationspakets (4820 Euro) sind dabei ebenso von Bedeutung wie eine Zweiachs-Luftfederung (M-Sportpaket, 4370 Euro) und eine Massagefunktion vorn.

Dabei sollen die traditionellen Stärken des X6 nicht zu kurz kommen: Der Antrieb, ein Sechszylinder-Turbodiesel, macht seine Sache genau so, wie wir es uns von BMW erwarten: hohe Laufkultur, hervorragendes Ansprechverhalten, anhaltender Durchzug. Das 265-PS-Aggregat beschleunigt den 2,2-Tonner in 6,5 Sekunden von null auf 100 km/h, unterstützt von einer wachsamen Achtgangautomatik und einem traktionsfreundlichen Allradantrieb. All das hat seinen Preis: knapp 130.000 Euro.

Die Technik

Motor: Sechszylinder-Turbodiesel

Hubraum: 2993 ccm

Drehmoment: 620 Nm bei 2000 U/min

Leistung: 195 kW/265 PS

L/B/H: 4935/2004/1696 mm

Gewicht: 2185/2860 kg

Kofferraumvolumen: 580–1530 l

Tankinhalt: 80 l

Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h

0–100 km/h: 6,5 Sekunden

Verbrauch: 8,4 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Allradantrieb

Preis: 129.763 Euro

CO2-Emission: 172 g/km


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