Ministerin Tanner besuchte Miliz und Brenner-Grenze

Milizsoldaten übernehmen die Sicherung der Brenner-Grenze bis voraussichtlich Ende Juli.

Auf der Aussichtsplattform des Postens „Brenner 1“ erfuhren Verteidigungsministerin Klaudia Tanner und LH Günther Platter Details über die Überwachungsmaßnahmen an der Grenze.
© Michael Kristen

Von Thomas Hörmann

Gries a. Br. – Der Posten „Brenner 1“ – ein kleines Gebäude mit Aussichtsplattform am Hang direkt neben der Bahnline und etwas oberhalb der Brenner-Bundesstraße. Eine Handvoll Soldaten überwacht hier in Zusammenarbeit mit der Polizei rund um die Uhr den Zug- und Straßenverkehr sowie die grüne Grenze. Jetzt werden sie abgelöst – nach zweiwöchiger Ausbildung übernehmen Milizionäre ihre Aufgaben. Grund genug für Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP), dem nur über eine Forststraße erreichbaren Posten am Dienstagnachmittag einen Besuch abzustatten. Zuvor war sie im Miliz-Ausbildungslager in der Wattener Lizum: „Mir war es wichtig, mich selbst zu überzeugen, wie die Zusammenar­beit funktioniert.“ Auf der Aussichtsplattform erfuhr Tanner dann von den Soldaten, wie die Arbeit an der Brennergrenze im Detail abläuft.

„Wir brauchen das Bundesheer bei verschiedenen Themen“, betonte beim Lokalaugenschein am Posten „Brenner 1“ Landeshauptmann Günther Platter: „Insbesondere, was die illegale Migration anbelangt.“ Die sei zwar in letzter Zeit zurückgegangen, „aber es ist davon auszugehen, dass die Brennerroute interessant bleibt“.

Die Milizsoldaten sind jedenfalls für den Grenzeinsatz gerüstet. Davon ist Miliz-Offizier Hannes Pirkner überzeugt, der die etwa 100 Milizionäre kommandiert und in den vergangenen zwei Wochen in der Wattener Lizum „auf Vordermann“ gebracht hat. Viele Einberufene seien ja vom Dienst befreit worden. „Aber die, die da sind, sind hochmotiviert“, so der Salzburger, der im Zivilberuf Unternehmen berät: „Die Miliz wird seit Jahrzehnten mit Übungen auf den Ernstfall vorbereitet. Und der ist jetzt da.“ Pirkner geht davon aus, dass „seine“ Milizsoldaten bis Ende Juli die Brennergrenze sichern werden.

So sieht das auch Verteidigungsministerin Tanner: Der Miliz-Einsatz sei auf drei Monate befristet. Wie’s dann weitergeht, hänge von der Anzahl der Covid-19-Infektionen ab. Fest steht, dass das Bundesheer weiterhin die Polizei im Assistenzeinsatz bei der Grenzsicherung unterstützen wird. Auch wenn die Grenzen zu den Nachbarländern geöffnet werden. Beim Einsatz gehe es nicht nur um Covid-19, sondern auch um die illegale Migration. Jedenfalls „ist das Bundesheer zur Stelle, wenn es rasch gehen muss“, erklärte Tanner. Stolzer Nachsatz: „Die Österreicher wissen, was sie am Bundesheer haben.“ Laut Umfragen sei das Vertrauen in das Bundesheer noch nie so groß gewesen wie jetzt.

Was die Gastfreundschaft anbelangt, „ist es mir noch nie so gut gegangen wie in Tirol“, schmunzelte die Ministerin zum Abschluss. Sie habe viele Geschenke erhalten, auch flüssige, „Schnapserln, wie sie landestypisch sind“.

Nach dem Lokalaugenschein am Brenner ging’s zurück zum Zenzenhof, wo bereits der Blackhawk-Hubschrauber des Bundesheeres für den Rückflug bereit stand.


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