Bankomat in Hopfgarten gesprengt: Nächster Coup der Bankomat-Bande

Nach der zweiten Bankomatsprengung innerhalb einer Woche ortet das Landeskriminalamt Parallelen. Von den Tätern fehlt bislang jede Spur.

Auch in Hopfgarten hatten die Bankomatknacker offenbar jede Menge Sprengstoff verwendet, um an Geld zu kommen.
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Hopfgarten i. B – Die Täter kommen jeweils in der Nacht zwischen zwei und vier Uhr. Sie spionieren günstig gelegene Bankomatgeräte aus, dann folgt ein lauter Knall – hervorgerufen durch Sprengsätze, die so stark sind, dass die elektronischen Tresore direkt aus der Wand katapultiert werden.

Gestern war es wieder so weit. Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche wurde in Tirol ein Bankomat in die Luft gesprengt. In Hopfgarten im Brixental schlugen die Täter abermals gegen 2.50 Uhr zu. Und trotz Alarmfahndung gelang es ihnen auch dieses Mal, unerkannt im Dunkeln zu entkommen. Wenigstens gibt es nun eine erste vage Täterbeschreibung. So dürften zwei Täter, ca. 1,80 Meter groß, mit molliger Statur oder auch nur dicker Oberbekleidung, erst zu Fuß geflüchtet sein. Eine Person trug zudem einen Motorradhelm bei sich.

Tatort: Nächtlicher Einsatz für Feuerwehr und Kriminalpolizei nach der Sprengung direkt beim Lebensmittelmarkt.
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Laut Katja Tersch, Leiterin des Landeskriminalamtes (LKA), laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Zwischen den Einbrüchen in Weer und in Hopfgarten sieht Tersch durchaus auffallende Parallelen. „Der Modus operandi ist durchaus ähnlich. Bei beiden Vorfällen hatten die Täter zuerst die Überwachungskameras mit Farbe besprüht. Auch Tatbegehung und Tatzeit gleichen sich.“

Weitere Erkenntnisse soll den Ermittlern nun vor allem die Auswertung der verwendeten Sprengstoffe bringen. Auf die Ergebnisse des Labors werde man laut Tersch „aber sicher noch einige Tage warten müssen“.

Dazu nützt das LKA mittlerweile jedoch auch noch weitere Mittel auf digitaltechnischer Ebene, um die Wege der Geflüchteten verfolgen zu können.

Mit welcher Beute das mutmaßliche Einbrecherduo in den Morgenstunden flüchten konnte, war gestern Nachmittag noch unbekannt. Indes tauscht sich das LKA bereits mit den Kollegen in Graz aus. Im Bezirk Voitsberg war es am 30. April nämlich zu einer ganz ähnlich durchgeführten Sprengung gekommen.

Auch letztes Jahr hatten sich in Tirol drei Bankomatsprengungen ereignet. Das LKA konnte damals Rumänen und Italiener als Täter überführen. (fell)

Bankomatsprengungen in Tirol

Im Jahr 2019 war es in Tirol dreimal zur Sprengung von Bankomaten gekommen. Tatorte waren Hopfgarten, Vomp und Nußdorf-Debant. Die Täter stammten aus Rumänien und Italien.

Am 30. April war es im steirischen Bärnbach zu einer Sprengung gekommen. Die Tatausführung um 3.45 Uhr ähnelt den darauf erfolgten Sprengungen in Tirol.

Innerhalb einer Woche war es in Weer und gestern in Hopfgarten zu Bankomatsprengungen gekommen. Bei beiden Taten hatten die Täter am Tatort die Kameras mit Farbe besprüht und konnten mit unbekannter Beute im Dunkeln untertauchen.


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