65.000 Gratis-Tests für Hotels, auch Österreichs Wirte begehren auf

Wirte sehen nicht ein, warum Hotelmitarbeiter auf Steuerzahlerkosten getestet werden sollen, ihre eigenen Beschäftigten aber nicht.

Mit einem Sonderbudget von 40 Millionen Euro soll die Österreich Werbung den Sommertourismus ankurbeln.
© Rudy De Moor

Von Max Strozzi

Wien, Innsbruck – In einer gemeinsamen Pressekonferenz haben am Donnerstag Bundeskanzler Sebastian Kurz, Wirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger und Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer (alle ÖVP) Corona-Tests für Tourismusmitarbeiter angekündigt. Ab Ende Mai in zunächst nicht näher genannten Projektregionen. Ab Anfang Juli sollen österreichweit Kapazitäten für 65.000 Tests pro Woche bereitgestellt werden. Betriebe könnten dann ihre Mitarbeiter freiwillig testen lassen. Zuerst jene mit direktem Kontakt zum Gast, also etwa Kellnerinnen. Danach sollen auch Köche getestet werden. Durchgeführt würden die Tests von einem nicht näher genannten privaten Konsortium, bezahlt werden die Tests vom Steuerzahler.

Wird ein Mitarbeiter positiv getestet, soll er in Quarantäne, das Hotel aber offen bleiben. Mit den Tests solle verhindert werden, dass Mitarbeiter im Fall einer Ansteckung das Virus weiterverbreiten. Und man will Österreich als sicheres Urlaubsland positionieren.

Wie Köstingers Büro auf TT-Nachfrage ausführt, würden vom Steuerzahler nur die Tests für Mitarbeiter von Beherbergungsbetrieben sowie für Mitarbeiter der Gastronomie innerhalb der Beherbergungsbetriebe übernommen. Für Wirte außerhalb der Hotels, also etwa Mitarbeiter der Pizzeria im Ort, dagegen nicht. Tirols Wirte-Sprecher Alois Rainer sieht das nicht ein und ortet eine Ungleichbehandlung. „Wenn die Kosten der Tests für Hotelmitarbeiter übernommen werden, dann müssten die Kosten wohl auch für die Mitarbeiter in der Gastronomie übernommen werden“, fordert er: „Schließlich sind ja auch die Maßnahmen ident.“

Um den Tourismus anzukurbeln, soll die Österreich Werbung mit einem Sonderbudget von 40 Mio. Euro ausgestattet werden. Angekündigt haben Kurz, Köstinger und Mahrer gestern zudem ein Konzept für Teilbranchen wie Busunternehmen sowie ein „eigenes Paket“ zur Corona-Prävention in Tourismusbetrieben, ohne Details zu nennen.

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