Ein Hintertürchen zu den Sternen: Wie wird der Kinosommer in Tirol?

Derzeit ist nur Kfz-Kino erlaubt. In Innsbruck hoffen Cineasten trotzdem auf ein Filmpicknick im Park. Ein erster Ausblick auf einen etwas anderen Kinosommer.

Ob das Zeughaus auch heuer zu Tirols größtem Freiluftkino wird, ist fraglich. Klar ist allerdings: So voll wie früher wird es nicht werden.
© Günter Wert

Innsbruck – Die neue Staatssekretärin Andrea Mayer trifft sich heute am frühen Nachmittag erstmals mit Vertretern der Kulturbranche, um die nächsten Öffnungsschritte für kulturelle Veranstaltungen zu besprechen. Die behördliche Verordnung weiterer Lockerungen in diesem Bereich soll bis Ende Mai folgen. Bereits bekannt ist, dass Anfang Juli auch die Kinos wieder aufsperren. Die Betreiber der heimischen Lichtspielhäuser streben derzeit einen koordinierten Start an.

Noch vor dem Kinoneustart wollen Tiroler Kulturschaffende – etwa das Cineasten-Kollektiv Melanzali – eine „Impulsveranstaltung“ auf die Beine stellen – und zum einmaligen Filmpicknick in den Innsbrucker Rapoldi-Park laden. „Unter Einhaltung aller dann geltenden Regeln wollen wir die Leute aus ihren Wohnungen holen und daran erinnern, dass gemeinsame Erlebnisse auch mit Sicherheitsabstand möglich sind“, sagt Marco Frei vom Kollektiv Melanzali. Angedacht ist der 26. Juni. Gezeigt wird der dystopische Klassiker „1984“. Mit den Einnahmen wird die Tiroler Straßenzeitung 20er unterstützt. Förderungen brauche das Projekt keine, sagt Frei. Die Leinwand stellt das Unternehmen Megasound, der Beamer kommt vom Leo­kino. Der Ton wird auf der Frequenz von Radio Freirad übertragen.

Autokinos in Tirol

📽️ Autokino Kitzbühel. Bis zum 20.6. Programm: www.ffkb.at

📽️ Autokino Innsbruck. 29.5 bis 30.8. Programm: www.megaplex.at

Im Grunde habe man die Idee eines Autokinos weitergedacht und festgestellt, dass es auch ohne Autos geht, erklärt Mesut Onay. Der Innsbrucker Gemeinderat der Alternativen Liste unterstützt das Projekt, „weil es zeigt, dass auch in Krisenzeiten kreative und solidarische Lösungen möglich sind“. Ob „Kino im Park“ tatsächlich stattfinden kann, ist derzeit noch offen. Ein erster Anmeldeversuch wurde abgelehnt. Die Begründung: Derzeit sind nur Filmvorführungen möglich, bei denen sich „die Besucher in einem mehrspurigen Kraftfahrzeug aufhalten“. Bis zur erwarteten Lockerung der behördlichen Vorgaben heißt Kino Autokino.

Tirols bislang einziges Autokino steht seit einigen Jahren als Alleinstellungsmerkmal des dortigen Filmfestivals in Kitzbühel. Mit „A Star is Born“ wird dort heute Abend (20.30 Uhr) auf dem Hahnenkammparkplatz in die Sommersaison eröffnet. Am 29. Mai zieht dann – wie berichtet – Innsbrucks erstes, zuletzt zum Politikum gewordenes, Parkplatzkino in der Olympiaworld nach.

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Ob es auch das traditionell Kfz-freie Kino unter den Sternen im Innsbrucker Zeughaus geben wird, ist indessen nach wie vor offen. „Wir warten auf die behördlichen Vorgaben. Dann schauen wir weiter“, sagt Leokino-Geschäftsführer Dietmar Zingl, der das Open-Air-Kino gemeinsam mit Treibhaus-Chef Norbert Pleifer veranstaltet. Auch Pleifer stellt klar: „Wichtig ist, dass das Leokino wieder aufsperren kann.“ Ein kleines Hintertürchen öffnet er Film- und Freiluftfreunden trotzdem: „Sollte die Stadt das Gefühl haben, dass sie ihren Bewohnerinnen und Bewohnern echte Filmkunst und etwas Atmosphäre zumuten möchte, weiß sie, an wen sie sich wenden kann. (jole)


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