Trotz Niederlagen-Serie: UniCredit verklagt den BTV-Vorstand

Die UniCredit Bank Austria setzt ihre Klagswelle trotz einer juristischen Niederlagen-Serie fort. Die BTV-Vorstände hat sie auf 15 Mio. Euro verklagt.

Die UniCredit Bank Austria greift mit einer Klagswelle offenbar nach der Mehrheit an der BTV. Von den Vorständen will sie Millionen.
© APA

Innsbruck, Wien – Seit über einem Jahr tobt der von der UniCredit Bank Austria losgetretene Rechtsstreit gegen die 3-Banken-Gruppe mit Oberbank, Bank für Kärnten und Steiermark (BKS) und die Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV). Die drei erfolgreichen Regionalbanken sind untereinander beteiligt, die ita- lienische Großbank will nach Ansicht offenbar mit ihrer millionenschweren Klagslawine eine feindliche Übernahme durchsetzen.

Bisher allerdings setzte es für die UniCredit eine Serie an Niederlagen vor Gericht. Erst zuletzt hatte das Oberlandesgericht Innsbruck eine Klage auf Sonderprüfung abgewiesen und der Bank Austria die Prozesskosten aufgebrummt.

Die BTV-Zentrale in Innsbruck.
© Nikolaus Schletterer

Trotz der Flops vor Gericht wird jetzt die Eskalationsspirale weiter nach oben gedreht. Bei allen drei Banken wurden bzw. werden bei den Hauptversammlungen (bei der BTV steht diese am 10. Juni an) eine Serie an neuen Prüfanträgen eingebracht, allein bei der BTV sind es sieben. „Völlig absurd und uferlos“, wie BTV-Vorstandschef Gerhard Burtscher, der mit einer acht- bis zehnstündigen Hauptversammlung rechnet, gegenüber der TT betont. Ein neuer negativer Höhepunkt (Ähnliches gab es auch schon bei Oberbank und BKS) sei eine persönliche 15-Millionen-Schadenersatzklage gegen die drei BTV-Vorstände – neben Burtscher sind das Mario Pabst und Michael Perger.

Gerhard Burtscher (BTV-Vorstandschef): „Das ist ein Tabubruch und zweifellos ein neuer Tiefpunkt in Österreichs Bankgeschichte.“
© BTV

„Das ist ein Tabubruch und zweifellos ein neuer Tiefpunkt in Österreichs Bankgeschichte, das Management mit potenziell existenzgefährdenden Klagen einschüchtern zu wollen“, so Burtscher. So ein Umgang sei weit außerhalb eines anständigen Verhaltens. „Das weiß auch Bank-Aus­tria-Generaldirektor Robert Zadrazil, allerdings ist seine Meinung bei Entscheidungen der UniCredit in Mailand offenbar nicht gefragt.“ Das stellt für Burtscher die Relevanz der Führung in Wien in Frage. „Es scheint, als würde die Bank Austria nur noch aus Italien und von klagswütigen Anwälten geführt.“

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Der BTV-Chef zeigt sich überzeugt, dass auch die neuen „juristischen Winkelzüge“ der UniCredit scheitern werden und dem Ansinnen bei der Hauptversammlung und vor den Gerichten erneut eine Absage erteilt werden wird. Man sei juristisch bestens gerüstet und gebe die Hoffnung auf Vernunft in Mailand und Wien sowie eine gütliche Lösung noch nicht ganz auf, sagt Burtscher. Jede Bank, und das gelte wohl auch für die UniCredit, hätte gerade auch in der Corona-Krise Sinnvolleres für die Kunden zu tun, als die Gerichtssäle zu beschäftigen. (TT)


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