Schwazer Stadträtin Gruber: „Frauen sollen mutiger mehr Lohn fordern“

Frauen verdienen weniger – das zeigt erneut die aktuelle Lohnsteuerstatistik. Vor allem am Konto der Schwazerinnen landet wenig Geld für die gleiche Arbeit.

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© JoeCologne

Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz – Die aktuell erschienene Lohnsteuerstatistik für 2018 lässt die Schwazer Stadträtin Viktoria Gruber den Kopf schütteln. „Diese Zahlen sind zum Teil erschreckend“, sagt Gruber. Der AK-Kammerrätin sind die Einkommenszahlen im Bezirk ein Dorn im Auge. Vor allem die Unterschiede zwischen den Löhnen von Männern und Frauen.

„Es ist alarmierend, dass wir im Bezirk Schwaz eine Einkommensdifferenz zwischen den Geschlechtern bei einem vergleichbaren zeitlichem Arbeitsaufwand von 23,7 Prozent haben. Die anderen Tiroler Bezirke stehen da viel besser da“, sagt Gruber. Auffallend sei auch, dass laut der Statistik im Tirolvergleich Männer im Bezirk Schwaz rund drei Prozent mehr verdienen. Ganz im Gegenteil zu den Frauen: Verglichen mit den anderen Bezirken erhalten die Schwazerinnen um 3,4 Prozent weniger Gehalt.

Aber auch bundesweit sieht es nicht besser aus: Die Tirolerinnen verdienen um bis zu 6,1 Prozent weniger als der österreichische Durchschnitt. „Damit sind wir in Tirol schon Schlusslicht im Bundesländervergleich“, sagt Gruber und fügt hinzu: „Es gibt keine logische Erklärung, warum man in Tirol weniger verdienen soll als im Osten von Österreich, wo doch gerade bei uns die alltäglichen Lebenserhaltungskosten weitaus höher sind.“

Eine Lösung für dieses Problem hat die Stadträtin nicht. „Ich wünschte, es wär’ anders“, meint sie. Dennoch will sie den Lohnunterschied sichtbar machen und sich für eine fairere Lohngestaltung einsetzen. „Ich möchte den Frauen Mut zusprechen, dass sie sich die Zahlen ansehen und sich etwa bei Lohnverhandlungen mehr trauen. Es steht ihnen zu“, sagt sie.


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