Wolf-Experte Hackländer: „Es gibt kein Rudel in Tirol“

Der Wolf kehrt nach Tirol zurück. Während sich die einen über diese Nachricht freuen, fordern die anderen Abschüsse. Autor Klaus Hackländer bleibt nüchtern und wiegt Vernunft und Ethik ab.

"Im Mensch sieht der Wolf normalerweise kein Beuteschema", sagt Klaus Hackländer.
© iStockphoto

In Serfaus und in Matrei in Osttirol dürfte ein Wolf Schafe gerissen haben. Sind das Einzelfälle bezüglich eines Wolfs, der durch Tirol stromert, oder wird das die Regel?

Klaus Hackländer: Solche Vorfälle werden Dauerbrenner. Es gibt kein Rudel in Tirol, weil die Tiere hier keine Region finden, in der sie keine Konflikte mit Menschen haben und in Ruhe ihre Jungen aufziehen können. Doch Tirol ist für Wölfe wie ein reich gedeckter Tisch – üppig gefüllt mit Nutztieren und Wild.

Wie viele Wölfe leben in Tirol?

Hackländer: In Tirol gibt es bislang nur Einzeltiere auf Wanderschaft. Österreichweit leben 40 bis 50. In 15 Jahren könnten es bis zu 500 sein – wegen der Fortpflanzung und Tieren, die aus anderen Ländern kommen. Auf der Suche nach einer Partnerin legt ein Wolf 1000 Kilometer in zwei, drei Monaten zurück. Die ersten zugezogenen Tiere, die 2015 in Allentsteig in Niederösterreich ein Rudel bildeten, stammten aus Deutschland. Wölfe in Tirol kommen meist aus Süden und Westen. Das kann man an der DNA des Speichels in Wunden bei Kadavern oder Kot nachweisen.

Der Tod der Nutztiere ist nur die erste Konsequenz. Welche Folgen zieht ein Wolf noch nach sich?

Kostenlos registrieren und weiterlesen

Dieser Exklusiv-Artikel ist nur für Nutzer verfügbar, die sich kostenlos auf tt.com registriert haben.

Jetzt kostenlos registrieren
Ich bin bereits registriert und möchte mich anmelden

Kommentieren


Schlagworte