Die neuen Lärmschutzwände kommen in Ebbs und Kufstein nicht gut an

Die Asfinag investiert acht Millionen Euro in neuen A12-Lärmschutz. Die Anrainer in Ebbs und Kufstein beklagen aber mehr Lärm als früher.

Die Enttäuschung bei Günther Gamper und seiner Nachbarin Karin Streicher über die neue Lärmschutzwand in Ebbs ist groß.
© Otter

Von Wolfgang Otter

Kufstein, Ebbs – Acht Millionen Euro hat die Asfinag in den Lärmschutz entlang der Autobahn investiert. Derzeit laufen die letzten Arbeiten an den Wänden, streckenweise fehlt noch der lärmmindernde Asphalt. 1200 Anrainer entlang der Sanierungsstrecke sollen damit ruhigere Zeiten erhalten, wie die Asfinag im Vorjahr in einer Presseaussendung mitteilte. Die Fläche des Lärmschutzverbaus wurde von 18.500 Quadratmetern auf knapp 28.000 Quadratmeter erweitert. Zahlen, die der lärmgeplagten Bevölkerung, Hoffnung machten. „Ich habe mir ein Glaserl eingeschenkt und gefeiert, als ich gehört habe, dass es ruhiger wird“, sagt Jürgen Votteler, Bewohner des Ortsteils Morsbach im Westen Kufsteins. „Ich habe mich gefreut, nachdem es geheißen hat, dass der Lärm um fast 30 Prozent weniger wird“, erzählt auch Günther Gamper in der Innsiedlung in Ebbs, nahe der östlichen Kufsteiner Stadtgrenze.

Gekommen ist es aber anders, zumindest sehen die Anrainer das so. „Ich bin hier aufgewachsen, aber so laut war es noch nie“, schüttelt Gamper den Kopf. „Auch wenn es heißt, da kommt noch ein lärmmindernder Asphalt, das kann nicht mehr viel ausmachen“, glaubt der Ebbser. Er kenne sich am Bau aus und sehe so manche Schwachstelle an der Wand. „Außerdem hat ein Teil der Mauer eine hochabsorbierende Oberfläche, ein anderer nicht“, ist Gamper erstaunt.

Auch knapp fünf Kilometer weiter westlich, in Morsbach, ist man enttäuscht über das Ergebnis. „Das kann doch nicht sein, dass man an einer so stark befahrenen Straße einen Lärmschutz baut, der das Gegenteil bewirkt“, ärgern sich die Anrainer. 120 Unterschriften wurden gesammelt. Die wird die grüne Gemeinderätin Victoria Da Costa am Mittwoch bei der Gemeinderatssitzung übergeben. Außerdem wurde ein runder Tisch mit Land, Asfinag, Stadt und Anrainern vereinbart.

Für Gamper müssten der Bau überprüft und nachträgliche Lärmmessungen vorgenommen werden. Außerdem sollten so rasch als möglich entlang der Mauer wieder große Bäume gepflanzt werden. Den Forderungen Nachdruck verleihen will auch er mit Unterschriften der Anrainer.

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„Bitte warten“, sagt Günter Fritz von der Asfinag dazu. Das Projekt sei noch nicht ganz abgeschlossen. Man sei aber bereit, sich der Verantwortung zu stellen. „Daher haben wir auch die Unterlagen dem Landesgutachter zur Prüfung übermittelt“, fügt er an.

Fritz erinnert auch daran, dass noch ein lärmmindernder Asphalt aufgebracht werde und man das beste Material verwendet habe. Außerdem ist die Verkehrsführung baustellenbedingt derzeit eine andere.“ Auf alle Fälle wird man zum Abschluss noch eine Messung durchführen.

Victoria Da Costa wird am Mittwoch einen Antrag einbringen, dass „der Schutz der Kufsteiner vor krankmachendem Lärm handlungsleitend für die Stadtgemeinde und den Bürgermeister sein sollte“. Sie kann sich auch vorstellen, dass man zur Verbesserung städtische Mittel in die Hand nimmt.

Für Bürgermeister Martin Krumschnabel ist das auch vorstellbar, „falls das wirtschaftlich vertretbar ist.“ Bislang habe sich die Stadt nicht beteiligt, „weil uns versichert wurde, dass wir das beste Projekt erhalten“.


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