Mr. Grauvieh übergab nach fünf Jahrzehnten sein Zepter

Nach fast fünf Jahrzehnten gibt es einen Wechsel an der Spitze des Grauviehverbandes: Hans Pittl folgt Erich Scheiber als Obmann.

Seit 1972 stand Erich Scheiber (r., hier im Bild mit Zuchtleiter Raphael Kuen) an der Spitze der Tiroler Grauviehzüchter.
© Rinderzucht Tirol

Obergurgl, Ladis – Das Tiroler Grauvieh ist seit 75 Jahren untrennbar und aufs Engste mit dem Namen Scheiber verbunden: Schon Angelus Scheiber leitete den Verband, 1972 übernahm dessen Sohn Erich die Agenden. Vergangene Woche endete dessen fast fünf Jahrzehnte dauernde Obmannschaft: Der 89-Jährige übergab das Amt an seinen frischgekürten Nachfolger und bisherigen Stellvertreter, Hans Pittl aus Ladis.

Hans Pittl ist der neue Obmann des Grauviehverbandes.
© Michaela Kolle

Mit Erich Scheiber verlässt nicht nur der längstdienende Funktionär der österreichischen Rinderzucht die Bühne, sondern er hinterlässt auch eine stark aufgebaute Marke. So verwahrte er sich von Anfang an gegen das Kreuzen mit Stieren aus anderen Ländern. Dadurch konnte das Tiroler Grauvieh einerseits erhalten und andererseits in eine moderne und ökologische Rasse weitergezüchtet werden, wie es seitens des Verbandes heißt. 1993 wurde in Kooperation mit der Firma Hörtnagl der „Tiroler Grauvieh Almochs“ als Qualitätsfleischprogramm entwickelt.

Der Rückhalt und der Zuspruch für Scheiber innerhalb der Tiroler Grauviehzüchter beruhte auf einem engen Kontakt und großem Vertrauen. Es gab kaum eine Grauviehveranstaltung, bei der „Mr. Grauvieh“ nicht anwesend war.

Am 19. Mai wurde Hans Pittl einstimmig zum Nachfolger von Erich Scheiber gewählt. Der „Gasslbauer“ aus Ladis bewirtschaftet mit seiner Familie einen Grauviehzuchtbetrieb mit 14 Kühen samt Nachzucht und hat ein festes Standbein in der Direktvermarktung seiner Produkte gefunden. Seit 2011 fungierte er als Obmannstellvertreter und ist Aufsichtsratsmitglied der Rinderzucht Tirol.

TT-ePaper gratis testen und eines von drei E-Bikes gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt mitmachen
TT ePaper

Eine gebührende Ehrung für den verdienten Altobmann soll es coronabedingt beim „Grauviehtag“ am 5. September im Imster Agrarzentrum West geben. (TT)


Kommentieren


Schlagworte