Alpenhotel: Kitzbüheler Stadt-SPÖ kritisiert die Behörde

Die Kritik an der Behörde in Sachen Alpenhotel-Erweiterung in Kitzbühel ebbt nicht ab. Für BH Michael Berger ist alles rechtens.

„Es gab die Auflage, dass sich ein Ornithologe die betroffenen Bäume zuerst ansehen muss", sagt Michael Berger.
© Angerer Harald

Von Harald Angerer

Kitzbühel – Der Umbau und die Erweiterung des Alpenhotels am Schwarzsee in Kitzbühel sorgen schon seit Monaten für viele Diskussionen in Kitzbühel. Dass nun bei den Bauarbeiten auch Bäume gefällt wurden, brachte das Fass zum Überlaufen, die TT berichtete.

Neben der Kritik von den Grünen und der FPÖ meldet sich jetzt auch die SPÖ zu Wort und das mit einer harschen Kritik an der Naturschutzbehörde. In einem offenen Brief an den Bezirkshauptmann Michael Berger legt sie Beschwerde gegen den zuständigen Sachverständigen für Naturkunde an der BH Kitzbühel ein.

„Selbstverständlich haben wir in allen Sitzungen und Vorbesprechungen auch eine strenge Prüfung und Bewertung sämtlicher Baumaßnahmen durch die Naturschutzbehörde eingefordert. Wir haben uns darauf verlassen, dass die Naturschutzbehörde, namentlich der Sachverständige für Naturkunde, Dr. Wolfgang Österreicher, seiner Verantwortung gerecht wird und diesem sensiblen Bauprojekt entsprechend strenge Auflagen, im Sinne des Natur- und Seenschutzes, erteilt“, heißt es in diesem Brief. Die Baumfällungen ließen bei der Partei die Alarmglocken schrillen und sie fordert: „Wir bitten Sie daher eindringlich, auf die Naturschutzbehörde einzuwirken, sodass bei diesem Bauvorhaben jene strengen Maßstäbe Anwendung finden, welche für einen so sensiblen Standort, im Hinblick auf Natur-, Seen- und Ortsbildschutz, erwartet werden dürfen!“

Für Bezirkshauptmann Michael Berger sind solche versuchten Einflussnahmen aus der Politik nichts Neues, dazu wolle er aber keine Stellungnahme abgeben. Er betont allerdings, dass die durchgeführten Rodungen rechtens waren. Im Bescheid sei genau definiert, dass acht Bäume, Baumgruppen und Sträucher entfernt werden dürfen. „Das ist auch in der Brutzeit nicht verboten, es gab aber die Auflage, dass sich ein Ornithologe die betroffenen Bäume zuerst ansehen muss. Hier gibt es eine mündliche Stellungnahme, eine schriftliche folgt noch diese Tage“, erklärt Berger und betont: „Bis dato wurden alle Auflagen eingehalten.“

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Der Zillertaler Unternehmer Heinz Schultz ist der Eigentümer des Alpenhotels. Er möchte das Hotel umbauen und erweitern. Es soll von 48 Zimmern und 104 Betten auf 70 Zimmer und 150 Betten aufgestockt werden. Im Gemeinderat gab es für das Vorhaben – außer von den Grünen – Zustimmung.


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