Wegen versperrtem Weg: Lienz klagt Raiffeisengenossenschaft

Die RGO sperrte das „Hühnerwegele“ wegen Vandalen und Müllsündern ab. Die Stadt will das Durchgangsrecht nun gerichtlich durchsetzen.

Seit einigen Monaten versperrt ein Gatter den Durchgang von der Plonerstraße zur Nußdorferstraße. Die Stadt bekämpft die Sperre.
© Oblasser

Von Catharina Oblasser

Lienz – Ein kleiner Feldweg zwischen zwei Grundstücken in der Lienzer Plonerstraße führt zur einstigen Vieh-Versteigerungshalle der Raiffeisengenossenschaft Osttirol (RGO), vorbei an verlassenen Nebengebäuden und dem einstigen Haus- und Gartenmarkt. Der Weg, oft als „Hühnerwegele“ bezeichnet, dient vielen Anrainern als Abkürzung in den Osten der Stadt oder zum Bahnhof.

Seit einigen Monaten wird der Durchgang allerdings von einem Eisengitter versperrt. Und seither beschweren sich nicht nur die Anwohner. Auch die Stadtgemeinde Lienz selbst will das Absperrgitter lieber heute als morgen aus dem Weg haben.

Aufgestellt wurde die Absperrung von der RGO, die zusammen mit zwei weiteren Personen Grundeigentümerin des Weges ist. Mit gutem Grund, findet RGO-Geschäftsführer Thomas Diemling. Denn seit das Gelände rund um die ehemalige Versteigerungshalle verlassen ist, dient es immer wieder als Müllablageplatz oder als Spielplatz. Auch mutwillige Beschädigungen sind keine Seltenheit. „Erstens kann ich meinen Angestellten nicht zumuten, ständig dorthin aufräumen zu gehen“, führt Diemling aus. „Und zweitens ist es eine Frage der Haftung.“

Das Areal ist freilich nicht nur von der Plonerstraße aus zugänglich, sondern auch von der Nußdorferstraße auf der anderen Seite. Eine generelle Absperrung rundherum wäre das Beste, meint der RGO-Geschäftsführer. Das könne gemacht werden, sobald der provisorische Parkplatz für Krankenhaus-Mitarbeiter, der zurzeit noch auf dem Areal besteht, nicht mehr gebraucht werde. Also sobald das neue Parkhaus des Bezirkskrankenhauses fertig ist.

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Die Stadt sieht die Sache anders. „Dieser Durchgang wird seit Jahrzehnten benützt“, erklärt die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik. „Es ist ersessenes Recht, da kann die RGO nicht einfach absperren.“ Doch, das könne sie, meint Diemling. Denn an der Wegverbindung hätten stets Schilder darauf hingewiesen, dass der „Durchgang bis auf Widerruf gestattet“ sei. Von einem ersessenen Recht sei also nicht auszugehen. Die Stadt wiederum will von diesen Hinweisschildern nichts wissen.

Eine einvernehmliche Lösung gibt es nicht, also wird prozessiert. Mitte Juni steht die Verhandlung am Bezirksgericht Lienz an.


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