Grenze innerhalb der Europaregion Tirol öffnen, Lombardei im Fall isolieren

Die Bewegungsfreiheit innerhalb der Europaregion Tirol ist bis spätestens 15. Juni herzustellen, fordern die drei Landeshauptleute an die Nationalstaaten.

Physisch trafen sich die LH Maurizio Fugatti (Trentino), Günther Platter und Arno Kompatscher (Südtirol), (v.l.), gestern nicht – per Videokonferenz stimmte man sich aber zu den Grenzöffnungen ab
© Vanessa Rachlé / TT

Innsbruck, Lienz – Ein für gestern geplantes Euregio-Treffen in Innsbruck musste abgesagt werden, die TT berichtete. Der Streit um eine raschere Grenzöffnung am Brenner zwischen Italien und Österreich hatte die Fronten auch innerhalb der Euregio in den vergangenen Tagen aufbrechen lassen. Doch der Druck wuchs. Und so kam es dann gestern zumindest zu einer Videokonferenz der drei Landeshauptleute. Und siehe da: Die Landeshauptleute gingen zur allgemeinen Überraschung mit einer geeinten Forderung an die Nationalstaaten heraus, wie im Anschluss LH Günther Platter (VP) im TT-Gespräch bestätigte: „Wir alle drei drängen darauf, dass die Grenzen innerhalb der Europaregion so rasch als möglich aufgehen – spätestens aber mit 15. Juni.“ An diesem Datum öffnet sich auch der Grenzbalken zwischen Österreich und Deutschland. Sollten jedoch die Infektionszahlen in der von Corona hauptbetroffenen Lombardei Anlass zur Sorge geben, appellieren Maurizio Fugatti (Trentino), Arno Kompatscher (Südtirol) und Platter an die Nationalstaaten, dass dies nicht zu Lasten der Bewegungsfreiheit innerhalb der Europaregion gehen dürfe. Soll heißen: lediglich die Region solle in diesem Fall isoliert werden. Also die Lombardei.

Tirols SP-Chef Georg Dornauer sagte indes gestern eine Teilnahme an einer Grenzöffnungs-Kundgebung der Opposition dies- und jenseits des Brenners ab, da die Schwesterpartei (Partito Democratico) nicht eingeladen worden sei. Die Opposition zeigte sich verwundert.

Die Tiroler NEOS mit Klubobmann Dominik Oberhofer und die Südtiroler Landtagsfraktion „Team K“ von Paul Köllensperger präsentierten gestern in Lienz eine Online-Petition für eine Öffnung der Grenzen zwischen Österreich und Italien – nicht nur am Brenner, sondern auch in Osttirol. Die Petition läuft bis 15. Juni. Es müsse mehr getestet werden, sagen die Vertreter der beiden Parteien. (mami, co)

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